Du kannst aktuell nicht reisen? Kein Geld? Zu krank oder auf andere Art gehandicapt? Zu eingespannt? Keine Lust, Zeit zu investieren? Aber trotzdem interessiert an bestimmten Zielen / Ländern? Wir versuchen, diesen so nahe zu kommen, wie wir es „von hier aus“ können. Fehler meinerseits natürlich möglich – falls euch also etwas auffällt, schreibt mir einfach! Als denn: Lust, zu „verreisen“? Los geht’s:

Well, hello there 🙂
Wieder tauchen wir in ein neues Land ein – herzlich willkommen zu unserem virtuellen Reiseblog Nr. 34

Heute geht es nach …

Namibia. Dies ist ein Staat im südwestlichen Afrika, der auf einer Seite durch den Atlantik begrenzt wird. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Windhuk. Namibia wurde 1884 eine deutsche Kolonie (ein Schutzgebiet) und blieb dies bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Es erlangte im Zuge des Namibischen Befreiungskampfes am 21. März 1990 die Unabhängigkeit von Südafrika. Der 21. März ist seitdem Nationalfeiertag. Namibia ist aufgrund des großen Flächenanteils der Namib-Wüste nur sehr dünn besiedelt und hat etwa 2,1 Millionen Einwohner. 18 Prozent der Bevölkerung leben unter der namibischen Armutsgrenze (Stand 2016). Namibia hat eine parlamentarische Demokratie, die Wirtschaft ist stark durch Landwirtschaft, Tourismus und Bergbau geprägt. Währung: Namibia-Dollar (NAD).

Lage: https://images.app.goo.gl/9avWurqcZicF5zDX8

Detaillierte Karten (diesmal nicht von Orangesmile): https://www.namibiafavorites.de/3511/karte-namibia-reise-reiseplanung/

Warum der Beiname „Land der roten Stille“?
Die Farbe Rot ist in Namibia in allen Schattierungen vorhanden: Zum Beispiel morgens und abends am Himmel, in den Dünen, im Lavagestein der Gebirge oder als Hautbemalung des Nomandenstammes der Himba. Und die Stille erklärt sich mit der geringen Bevölkerungsdichte – Namibia ist etwa zehnmal so groß wie Österreich und hat ja nur 2,1 Millionen Einwohner. 

Zeitzone: https://www.zeitzonen.de/namibia.html

Mancher wird jetzt sagen: Hey, das ist ja wie bei uns!
Stimmt! Und warum ist das nochmal so, wo Namibia doch so weit entfernt liegt?
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/mensch-natur-umwelt/laengengrad-breitengrad-zeit-entfernung-100.html

Klima:
Namibia hat ein subtropisch kontinentales Klima mit einer langen Trockenzeit von Mai bis Dezember und eine kurzen Regenzeit von Ende Dezember bis April. Das Hochland fällt in das Gebiet des Sommerregens; zwischen November und April fällt dort häufiger starker Regen. Anders der äußerste Süden: Er fällt in das Gebiet des Winterregens und es regnet, wenn überhaupt, nur in den Monaten Juni und Juli. An der Westküste fällt selten Niederschlag, es weht ein warmer Wind und es gibt in den Wintermonaten große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Die kältesten Monate sind Juli und August, die heißesten Monate liegen in der Regenzeit, im namibischen Sommer. An der Atlantikküste nimmt der kalte Benguelastrom Einfluss auf das Klima: Im Sommer ist es angenehm kühl, die Wintermonate sind frisch. Das Wetter ist hier das ganze Jahr angenehm und trocken. Das Tropenklima am Caprivi-Streifen verursacht hohe Luftfeuchtigkeit und häufige Niederschläge während der Regenzeit. Auffällig ist das Binnenhochland: Hier kann es in den Nächten zu Frost kommen, sogar Schnee gab es in Ausnahmefällen. 

Die Jahreszeiten: 
Frühling: September & Oktober
Sommer: November – März
Herbst: Apri & Mai
Winter: Juni – August

Klimatabelle (hier: Windhuk): https://images.app.goo.gl/R7wcKbvv7Zty9rnq7

Let’s talk about langu … äh – Sprache:
Die Amtssprache in Namibia ist Englisch. Eine Reihe von Sprachen genießen Schutz als Nationalsprachen, nämlich Afrikaans, Deutsch, Khoekhoegowab, OshiKwanyama, Oshindonga, Otjiherero, RuKwangali, SeTswana und Silozi. Die Nationalsprachen betrifft das Recht, in privaten Schulen nicht die Amtssprache, sondern eine andere Sprache im Unterricht zu nutzen. Außerdem dürfen in den Regionen Namibias Nationalsprachen in Verwaltung, Legislative und Judikative verwendet werden. Voraussetzung ist, dass die Sprache dort von einem nennenswerten Anteil der Bevölkerung genutzt wird. Außerdem gibt es weitere Minderheitensprachen; die Abgrenzung zwischen Sprachen und Dialekten ist nicht einheitlich geregelt, ebenso wenig die Bezeichnung der Sprachen.

Die wichtigsten Vokabeln (in unspektakulärem Englisch): https://www.evaneos.de/namibia/reisen/wichtigster-wortschatz/

Musik:
Namibias Musik weist oft eigenständige Formen von Pop, Chormusik und Kwaito auf und auch Klassisches wie das Südwester-Lied.

Kulturelle Musik:  Makgona Ngwao – https://youtu.be/Jq-DGs9rfBQ

Playlist – Best Namibian Music – https://www.youtube.com/watch?v=hmPF-JLQzBA&list=PLpEt5sXj9jxhMobxxqHkFmktgD-8rJzDi

Südwester-Lied: https://youtu.be/kutzy4efujo

Here we go …

Hauptstadt Windhoek (Windhuk)Windhoek (deutsch Windhuk von 1903 bis 1918) ist die Hauptstadt Namibias sowie auch die größte namibische Stadt. 1840 wurde es erstmals erwähnt, 2011 hatte Windhuk 322.500 Einwohner. Das Wahrzeichen ist deutsch: Die 1907 errichtete Christuskirche im Zentrum erinnert an den lFrieden mit den Deutschen, die bis 1915 als Kolonialherren in Namibia waren. In der Nähe ist das Unabhängigkeits-Gedenkmuseum, das durch seine Bauweise auffällt. Das Nationalmuseum in der Alten Feste (ein früheres Fort) soll an die Geschichte des Kolonialismus sowie an den Kampf um die Unabhängigkeit erinnern und informieren. Mit dem Tintenpalast hat erneut ein Deutscher seine Spuren hinterlassen – das Gebäude, das 1913 erbaut wurde, ist heute der Sitz der namibischen Nationalversammlung. Highlight sind aber die prächtigen Gärten, die den Palast umgeben. Sehenswert ist auch das Katura-Township. Dies ist ein Vorort von Windhuk, der noch infolge der Apartheitspolitik entstand. Die angestrebte Rassentrennung, die in den 90ern endete, zwang die schwarzen Einwohner zu einem Leben in der Vorstadt. Einer der neueren Bauten Windhuks ist das Kriegsdenkmal Heldenacker außerhalb der Stadt. Die Anlage, in dessen Mitte ein riesiger Obelisk steht, wurde von Nordkoreanern gebaut. Neben über 170 Grabstätten (die letzten Ruhestätten berühmter Namibier) besteht das Denkmal aus einer ewigen Flamme, der Statue eines unbekannten Soldaten und einem Aussichtspavillon. Erinnern soll es an die Helden, die im Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit gestorben sind.

Auf YouTube:
Windhoek: https://youtu.be/YPYNK1gG0S8A

City Tour: https://youtu.be/yToOcxdzF_0


Etosha-NationalparkDie Weiten des über 22.000 km² großen Nationalparks erlauben perfekte Wildtier-Beobachtungen. Während der Trockenzeit kann man an natürlichen sowie künstlichen Wasserlöchern Elefanten, Nashörner, Giraffen, Leoparden und andere Tiere beobachten. Ein Fünftel des Parks ist erschlossen. Etosha heißt in der Sprache der Ovambo „großer weißer Ort“ oder „Ort der Leere“ – aufgrund der Etosha-Pfanne, die ein Viertel der Fläche des Parks einnimmt und vor ca. 100 Millionen Jahren entstand. Die Salzpfanne war einst ein See und füllt sich bei starkem Regen heute noch mit einigen Zentimetern Wasser. Im Park existieren zwischen 100 und 150 Säugetierarten sowie über 300 Vogelarten. Tierbeobachtungen sind am Besten in der Trockenzeit, wenn die Tiere an den Wasserstellen zusammenkommen.

Auf YouTube:
Self-Drive-Safari: https://youtu.be/FD5wnX-kg9U

Hafenstadt Lüderitz und Geisterstadt KolmanskopLüderitz ist eine Hafenstadt im Süden Namibias an der sogenannten Diamantenküste. An Küstenabschnitten kann man Flamingos und Pinguine beobachten. In Lüderitz gibt es teils restaurierte Bauten aus der Kolonialzeit und den historischen Bahnhof – oder man besteigt den Diamantberg. In nächster Nähe befinden sich auch Shark Island, eine kleine Halbinsel, und der Diaz Point. Dort entdeckte der portugiesische Seefahrer Bartholomeu Diaz als erster Europäer die Bucht. Ansonsten zeichnet sich die Stadt durch ihre Nähe zum Diamanten-Sperrgebiet und der Geisterstadt Kolmanskop aus. Als hier nach 1900 die ersten Diamanten gefunden wurden, entwickelte sich der Ort schnell zur reichsten Kleinstadt des Landes. Nach dem Diamantenboom verließen die Einwohner die Stadt; die Gebäude wurden sich selbst überlassen. Um den 55 Meter hohen Bogenfels zu erreichen, muss man eine Tour ins Diamantensperrgebiet buchen.

Auf YouTube:
Lüderitz: https://www.youtube.com/watch?v=pRBmDCfQlgc
Kolmanskop: https://youtu.be/Km9ZrLt-_pk

Fish River CanyonDer Fish River Canyon im Süden Namibias ist nach dem Grand Canyon der zweitgrößte der Welt. Der „Fischfluss“, der ihm seinen Namen gab, ist mit 800 km der längste Fluss Namibias. Die tiefste Stelle des Canyons beträgt 549 Meter. Ein Abstieg in die Schlucht ist nur von April bis September im Rahmen einer geführten Tour gestattet. Die Touren dauern mehrere Tage und setzen eine gute Fitness voraus. Der Hell’s Bend (Höllenbogen) am südlichsten Ende ist der am meisten fotografierte Ausblick; einige weitere View Points bieten sich östlich davon auf einer Strecke von etwa 20 km an.

Auf YouTube: https://youtu.be/WWTygSCu-oU

Skelettküste
Die Skelettküste – „Das Land, das Gott im Zorn erschuf“ – in der Kunene-Region ist 40 km breit und 500 km lang. An diesem nördlichen Teil der Küste sind nicht nur viele Wale, sondern auch Schiffbrüchige gestrandet, die durch die direkt angrenzende Wüste keine Überlebenschance hatten. Dennoch gibt es an der Küste viel tierisches Leben. Außerdem ist die Küstenregion als größter Schiffsfriedhof der Welt bekannt. Die Skeleton Coast ist in zwei Zonen unterteilt: Das nördliche Gebiet kann nur mit zertifizierten Safari-Unternehmen besichtigt werden und ist Teil des Namib-Skelettküste-Nationalparks. Es bietet eine wilde, mystische Landschaft, insbesondere im morgendlichen Nebel, wenn die kalte Ozeanluft auf die warme Wüstenluft trifft. Das südliche Gebiet von Torra Bay bis zum Ugab River ist frei zugänglich. Hier befindet sich der Dorob National Park, der das ehemalige Erholungsgebiet Westküste umfasst. Das Gebiet ist aufgrund des Fischreichtums ein Paradies für Angler und Robbenkolonien. Zugleich bildet der Park das Bindeglied zwischen dem nördlichen Skelettküsten- und dem südlicheren Naukluft-Nationalpark.

Auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=sa34Vz1V_Ds

Namib-Wüste und Naukluft-Nationalpark
Die Namib gab dem Land seinen Namen und vermutlich wird nichts so sehr mit Namibia in Verbindung gebracht wie die Wüstenlandschaft, die geprägt ist von berühmten farbintensiven Dünen. Die älteste Wüste der Welt wartet mit einigen landschaftlichen Highlights und einem großen Schutzgebiet, dem Naukluftpark, auf – dieser umfasst ca. 50.000 km². Die fast 2.000 Meter hohen Naukluftberge begrenzen den Park im Osten; generell sind nur wenige Teile zugänglich. Es können jedoch Ausflüge zu den bekannten „Pfannen“ bzw. „Senken“ Sossusvlei und Deadvlei unternommen werden. Diese und weitere (Salz-) Ton-Pfannen entstanden, als der Tsauchab-Fluss auf dem Weg in den Atlantik versandete. Die Deadvlei ist geprägt durch die vielen, bereits seit hunderten Jahren toten Kameldornbäume, welche durch die Trockenheit der Wüste konserviert wurden und ein beliebtes Fotomotiv darstellen. In Form des Sesriem-Canyon hat der Tsauchab-Fluss sogar eine ca. einen Kilometer lange Schlucht erschaffen. 

Auf YouTube:
Deadvlei & Namib-Naukluft National Park: https://youtu.be/7SUlLOvBrck

Schloss Duwisib auf der Maltahöhe
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Von einem deutschen Kolonialherren errichtet ist Schloss Duwisib im südlichen Namibia ein ewiger Gruß europäischer Festungsanlagen an die afrikanische Steppe Namibias. Der sächsische Artillerie-Offizier Hansheinrich von Wolf erfüllte sich mit diesem ungewöhnlichen Bauwerk einen Lebenstraum. Nachdem er im Hererokrieg die Landschaft Südwest-Afrikas kennengelernt hatte, ließ er sich 1908 mit seiner Frau im heutigen Süden Namibias nieder, um eine Pferdezucht zu gründen. Die dafür erworbene Farm Duwisib ließ er vom bekannten Festungsarchitekten Wilhelm Sander, der auch schon einige Forts in Windhuk errichtet hatte, zu einer mittelalterlichen Burg umbauen. Das Material wurde aus Deutschland importiert und von Steinmetzen aus Italien, Schweden und Irland bearbeitet. Angeblich als Frau verkleidet gelang von Wolf die Flucht nach Deutschland, wo er sich allerdings wieder zum Kriegsdienst meldete und 1916 in Frankreich in der Schlacht von Somme fiel. Seit den 1970er-Jahren gehört Schloss Duwisib dem Staat Namibia, der es Anfang der 90er-Jahre großzügig renovieren und zum Museum umbauen ließ. 

Auf YouTube: https://youtu.be/ucILEB1jQJY

Plateau-Berge und Fingerklippe im Ugab-Talsowie
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Neben den faszinierenden blockförmigen Plateau-Bergen ist im prähistorischen Ugab-Tal im Norden des Landes mit der Fingerklippe auch die berühmteste Felsformation Namibias zu finden. Wie rechteckige Bauklötze liegen die faszinierenden Berge inmitten der sonst flachen Ebene des Damaralandes. Der Ugab war einst ein 450 Kilometer langer Fluss, der heute nur noch zeitweise Wasser führt. Vor vielen Jahrmillionen schuf er das rund 80 Kilometer lange Ugab-Tal, welches heute von den auch Ugab-Terrassen genannten Plateau-Bergen gesäumt wird. Diese entstanden vor über 30 Millionen Jahren aus unzähligen Schichten aus Kalkstein, die durch das Ansteigen des Meeresspiegels und die dadurch verringerte Fließgeschwindigkeit in das Flussbett des Ugab gelangten. Im Lauf der Zeit wurden die Sedimentschichten aus Fluss und Meer von den prähistorischen Wassermassen des Ugab, sowie Wind und Wetter zu den gewaltigen Steinterrassen geformt. Die höchsten der Plateau-Berge ragen 160 Meter hoch in den Himmel. Die berühmteste Felsformation im Ugab-Tal ist die so genannte Fingerklippe, deren Spitze 929 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Dieser senkrecht stehende rund 35 Meter hohe Basaltfelsen ragt tatsächlich wie ein mahnender Zeigefinger aus der Spitze eines spärlich bewachsenen Hügels. Auch die „Vingerklip“ war einmal ein stolzer Tafelberg, von dem allerdings nur noch ein kläglicher Rest übrig geblieben ist, dessen Umfang an der Basis nur mehr 44 Meter beträgt. 

Auf YouTube: https://youtu.be/caBFyG2y4Yc

Versteinerter Wald
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und

Der versteinerte Wald im Nordwesten Namibias ist ein beeindruckendes Relikt aus vergangenen Zeiten. Bis zu 30 m lange Baumriesen liegen hier versteinert auf der Erde – Besucher machen eine Zeitreise von mehreren hundert Millionen Jahren in die Vergangenheit. Das offizielle Areal des versteinerten Waldes umfasst ca. eine Fläche von 300×800 Metern. Dort liegen etwa 50-60 Stämme am Boden; deren Durchmesser beträgt bis zu einem Meter. Die Bäume waren zu Lebzeiten aber vermutlich noch um einiges größer. Dieser Ort ist so einzigartig, dass er zum nationalen Denkmal in Namibia erklärt wurde. Die Bäume sind unglaublich gut erhalten. Sie wurden durch glückliche Umstände luftdicht abgeschlossen und über Jahrmillionen hinweg durch Kieselsäure versteinert. Trotz ihres atemberaubenden Alters sind sogar die einzelnen Jahresringe der Bäume deutlich erkennbar, ganz so als seien sie gerade erst umgefallen. Deswegen möchte man auf den ersten Blick gar nicht glauben, dass der versteinerte Wald so viele Jahrmillionen alt ist. Zwischen den Stämmen findet man auch eine kuriose Pflanze: Die riesige Welwitschie wächst nur in der Wüste Namib und in Algerien und ist ein lebendes Fossil (siehe Bild). 

Auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=XfHmIqvr4J8

Tal von Twyfelfontein

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Im Tal von Twyfelfontein im Nordwesten von Namibia sind auf über 200 Felsplatten an die 2.500 Felszeichnungen eingeritzt. Die ältesten von ihnen reichen bis in die Steinzeit zurück. Als Twyfelfontein (aus dem Afrikaans wörtlich „Zweifelquelle”) werden eine Quelle und ein Tal im extrem trockenen Damara-Bergland im Nordwesten Namibias bezeichnet. Die weißen Farmer, die sich 1947 in der Region Kunene ansiedelten, befanden die Quelle als nicht zuverlässig und nannten sie daher Twyfelfontein. Diese Bezeichnung wurde später auf das gesamte Tal ausgeweitet. Seit 1952 gilt das Tal etwa 90 km als nationales Denkmal und 2007 wurde es zum Weltkulturerbe ernannt. Die Attraktion von Twyfelfontein ist jedoch nicht die Quelle, sondern die Unmenge an Felszeichnungen und -schnitzereien. Dabei sind überwiegend Jagdszenen dargestellt, in denen mit Pfeil und Bogen ausgerüstete Menschen auf Giraffen, Zebras, Antilopen, Nashörner und Löwen losgehen. Es gibt aber auch abstrakte Figuren und menschliche Fußabdrücke. Die bekanntesten Felszeichnungen sind der „Große Elefant”, der „Tanzende Kudu”, ein ca. 20 cm großes Fabelwesen, und die „Löwenplatte”, auf der ein Löwe mit mächtigen Pranken und abgeknicktem Schwanz zu sehen ist. Es wird jedoch angenommen, dass die ältesten Graffiti über 10.000 Jahre alt sind und die jüngsten noch aus unserer Zeit stammen. Hergestellt wurden die Ritzungen vermutlich mit Quarz-Werkzeugen. Felsmalereien sind deutlich weniger zu finden, vielleicht haben sie aber auch einfach die Jahrtausende nicht so gut überdauert wie die eingeritzten Bilder. 

Auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=b4OozSDlqXI

Additional ones:

Die Himba
Als Himba bezeichnet man ein kulturell von den Herero unterscheidbares indigenes Volk im Norden Namibias sowie im Süden Angolas. Die Himba gelten als letztes (halb)nomadisches (Hirten-)Volk Namibias. Sie wanderten als Teil der Vorfahren der jetzigen Herero aus dem heutigen Botswana nach Namibia, ein Teil später auch in Gebiete Angolas. In Namibia lebten sie als nomadische Jäger und Sammler zwischen Angola und den ehemaligen Homelands Owamboland und Damaraland. Die Bezeichnung „Himba“ erscheint in den Quellen erst erheblich später; erstmals nannte sie der Missionar Heinrich Vedder so. 1923 wies ihnen Südafrika, das das Land über siebzig Jahre lang beherrschen sollte, ein Reservat zu. Das Kaokoland wurde in drei Reservate aufgeteilt. Die Himba gliedern sich in drei anerkannte traditionelle Verwaltungen. In Namibia (man schätzt das Volk auf etwa 7.000 Menschen) leben sie auch heute noch – vergleichsweise unberührt von der europäischen Zivilisation – in ihrer sich ständig anpassenden und verändernden Tradition als nomadisierende Viehzüchter, Jäger und Sammler. Viele auch ohne Personalausweis in extrem einfachen Verhältnissen. Wohlhabend im herkömmlichen Sinn war dieser Stamm nie, dennoch empfinden sich Himba als vermögend, wenn sie eine große Viehherde. Die Nomaden züchten vor allem Fettschwanzschafe und Ziegen, auch betreiben sie Ackerbau. Sie sind ein Volk mit einer mündlichen Tradition. Oft kommen sie zusammen, um gemeinsam zu tanzen und zu singen, wobei das Thema der oft spontan entstehenden Lieder über Aktuelles in Kenntnis setzt. Die Distrikte unterstehen je einem King oder Chief; der Administrator in der Hauptstadt entscheidet über die Anerkennung oder Absetzung der Headmen. Diese stellten die Verbindung zum Volk stellen her, die Beschwerden oder Vorschläge werden beim King vorgetragen. Eine ähnliche Aufgabe hat der Senior Councilor. Das Ideal ist der König, der nur ausnahmsweise in die Entscheidungsprozesse eingreift. Ein besonderes Merkmal der Menschen ist das Fehlen der unteren vier Schneidezähne, die in jungen Jahren herausgebrochen werden, mit einem speziellen Holzstück werden die Zähne ohne Narkose herausgeschlagen. Die Bekleidung (Männer und Frauen) beschränkt sich auf den ersten Blick auf knappe Lendenschurze aus Kalbsleder und Fell und gelegentlich Sandalen (aus Autoreifen). Größere Bedeutung haben bei jedoch Haartracht und Schmuck: Man kann z. B. an der Beintracht erkennen, wie viele Kinder eine Himba-Frau hat. An den Hand- und Fußgelenken tragen einige der Frauen Messingringe; Frauen mit weißen Halsbändern sind noch kinderlos, Mütter tragen ein braunes. Muscheln werden ebenfalls getragen und an die Töchter vererbt. Die Frisuren bezeugen den sozialen Stand eines Gemeinschaftsmitglieds: Mädchen tragen ihr Haar vor der Pubertät in langen, mit Perlenschnüren verzierten Fransen; zu zwei zur Stirn gerichteten Zöpfen hingegen als heiratsfähige junge Frauen. Mit langen, mit Ocker eingeriebenen Flechten und Fellhaube präsentieren sich verheiratete Frauen. Die jungen Männer tragen einen mittigen, nach hinten gerichteten Zopf, die Seiten werden abrasiert. Verheiratete Männer tragen zumeist ein schwarzes Kopftuch, auf das sie nur bei großer Trauer verzichten. Besonders auffällig ist auch die fettige Creme, die sich Männer wie Frauen in die Haut reiben. Sie verleiht nicht nur eine rote Hautfarbe, sondern schützt auch vor dem heißen Klima und vor Mücken; sie besteht aus Butterfett und Ockerfarbe (Okra). Mittlerweile bestimmen bei den Himba Hegegemeinschaften über das Vieh und über den Tourismus. Es gibt mobile Schulen, in denen die Kinder Englisch lernen. Ihre Kultur hat viele Bedrohungen überstanden und wird sich an manchen Stellen verändern – aber sie hat wieder eine Überlebenschance. 

Auf YouTube:
Doku „Lebende Wüste“ (inklusive Himba): https://youtu.be/GzvoMRrdlj4

Beautypflege aus Namibia / Afrika
(nicht nur für Frauen geeignet …)

Marula-Öl
Marula-Öl wird in Afrika bereits seit langer Zeit zur Pflege von Haut und Haaren eingesetzt. Es werden neben den Samen auch Blätter, Blüten und Baumrinde verwendet (in der Naturmedizin). Die Wirkungsweise des Öles: Für die Haut: Marula-Öl hilft bei trockener und spröder Haut; sorgt für ein verfeinertes Hautbild und gilt als Anti-Aging-Waffe. Für die Haare: Die Haare werden nach der Behandlung mit dem Öl geschmeidig und glänzend. Wird das Öl in die Spitzen einmassiert, kann Spliss effektiv begegnet werden. Für die Nägel: Das Öl pflegt die Nägel und die Nagelhaut. Diese regelmäßige Nagelpflege kann dem Einreißen und Splittern der Nägel vorbeugen. Marula-Öl ist ein geruchloses Produkt ohne jegliche Zusatzstoffe und kann sogar gegen Akne / Hautunreinheiten helfen, da es entzündungshemmend wirkt.

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Sheabutter Sie wird in Afrika zur Hautpflege, bei Rheuma und Muskelverspannungen benutzt. In den Savannen wächst der Shea-Nuss-Baum; aus den Früchten wird durch Auspressen der Kerne Sheabutter gewonnen. In Afrika wird die Butter ausschließlich mühsam von Frauen und Kindern hergestellt. Durch den Verkauf verdienen sie meist den einzigen Lebensunterhalt für die Familie. Unraffinierte Butter ist qualitativ besser; sie ist von weislich-gelber Farbe und hat einen leichten Fettgeruch, der allerdings nach dem Auftragen verschwindet.

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ArganölEiner der ältesten Bäume der Welt wächst nur in Afrika (Marokko) und schützt seine Früchte mit spitzen Dornen. Das Öl der Argan-Kerne verbessert in Cremes die Spannkraft der Haut. Außerdem regeneriert es die Zellstruktur und erhöht die Elastizität der Haare. 

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RooibosRooibos schützt und repariert empfindliche Haut und bekämpft feine Fältchen. Stämme aus Südafrika nutzen die Pflanze schon seit Generationen, um Akne, Exzeme sowie Juckreiz zu behandeln. Für die innere Anwendung: Als Tee aufgebrüht entfaltet Rooibos seine verjüngende, antientzündliche Wirkung.

Hier zu bekommen:
Pflegeprodukte: >> Shooping Rooibos Pflegeprodukte
Tee: >> Shopping Rooibos Tee

BaobabLebensbaum, magischer Baum, Affenbrotbaum, Wunderbaum – wie man ihn auch nennt: Seine fettreichen Samen wirken in Ölen feuchtigkeitsspendend und regenerieren trockene Haut. In Afrika (Kenia) ist ein Geheimnis schon lang bekannt: Die Blätter produzieren so etwas wie Sonnencreme.

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Außerdem habe ich noch das Folgende gefunden:
Kosmetik aus der Nara-Pflanze: https://www.nara-cosmetics.com/

Die namibische Küche
Die namibische Küche ist nicht klar definiert und basiert auf Einflüssen der verschiedenen Ethnien im Land und der südafrikanischen sowie der deutschen Küche. So wurden von den Einheimischen vor allem Früchte, Blätter, Getreide und Wurzeln sowie Fleisch von Wildtieren genutzt. Zudem hat die Domestizierung von Rindern zur Nutzung von Rindfleisch und Milchprodukten geführt. Als Grundnahrungsmittel dient den traditionellen Ethnien heute das Maismehl, das in Form von Pap („Polenta“) gereicht wird. Die eingeführte Küche basiert vor allem auf den Einflüssen der deutschen Küche während der Schutztruppenzeit. Noch heute werden zahlreiche Restaurants in den größeren Städten Zentral- und Südnamibias von der deutschen Küche mit Gerichten wie Kasseler, Braten mit Rotkohl und Wurstgerichten dominiert. Vor allem die Küche der Afrikaaner ist in Namibia von der malaiisch beeinflussten Küche Südafrikas, das heißt zum Beispiel von süßen Beilagen wie Trockenobst, gekennzeichnet. Vegetarische oder vegane Küche ist nicht weit verbreitet. Neben dem Fleisch von Rind und Lamm ist das der verschiedenen Antilopen, aber auch von anderen Wildtieren beliebt. Geflügel ist ebenfalls, Schweinefleisch hingegen wenig verbreitet. Nicht zuletzt ist der Braai („Grillen“) eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in Namibia. Wie im Nachbarland Südafrika sind auch in Namibia Biltong (eine Art Trockenfleisch), Droewors (Trockenwurst), Boerewors (Bauernwurst) und Rauchfleisch (geräuchertes Wildfleisch) sehr beliebt. In den nördlichen Regionen spielen der Fischfang und damit das Verzehren von Süßwasserfischen eine wichtige Rolle. An der Küste sind Schalen- und Krustentiere sowie Speisefische sehr beliebt, wurden aber historisch aufgrund der Abgeschiedenheit des Meeres durch die Wüste Namib kaum genutzt. Gemüse und Obst sind bei den Ethnien im Norden wichtiger Bestandteil der Gerichte. In anderen Landesteilen spielte es bis weit in die 1980er Jahre hinein kaum eine Rolle, da Gemüse und Obst hier aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht angebaut wurden und die Transportwege und Kühlmöglichkeiten beschränkt waren. Ausnahme hiervon waren zum Beispiel Wurzeln, Knollen und wilde Melonen sowie Kartoffeln, Mangold, Kürbis (Squash) und andere hitzeunempfindliche, wenig anspruchsvolle Gemüsearten. Süßspeisen basieren vor allem auf deutschen, südafrikanischen und britischen Einflüssen. Grundsätzlich wird jede Nachspeise außer Eiscreme als „Pudding“ bezeichnet. Es dominieren deftige, schwere und stark gesüßte Speisen. Kräuter und Gewürze werden in der namibischen Küche großzügig verwendet. In Namibia werden zum Essen alkoholische und nicht-alkoholische Getränke gereicht. Gerne getrunken wird auch Rooibos-Tee. Eine besondere Rolle nimmt das nach deutschem Reinheitsgebot gebraute Bier ein. 

Wir machen heute: >> Chicken Pie mit buntem Salat
Und als Nachspeise gibt’s: >> Namibischen Bananenkuchen

Hier ein Bild meines leicht abgewandelten Bananenkuchens (war sehr lecker): 

Die Links:

Dokus:
„Grenzenlos“ Namibia: https://youtu.be/1J_T8OYbZ2g
Deutschlands koloniales Erbe: https://youtu.be/4QNUYiwzCes

Google Earth: >> zu Google Earth

Webcam-Ansicht: https://namibiaweather.info/Namib-Desert-Live-Cam.php

Typische Souvenirs (bei Bedarf Seite einfach übersetzen lassen): https://www.exoticca.travel/africa/south-africa/namibia/shopping

Souvenirs – afrikanische Djembe-Trommel: https://www.amazon.de/DJEMBE-SCHLAGZEUG-Professionell-Bongo-Fairtrade/dp/B006BXMF4E

Für heute sage ich wieder „goodbye“, diesmal mit zwei schönen afrikanischen Weisheiten:

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, 
die viele kleinen Schritte tun, 
können das Gesicht der Welt verändern!

Wende dein Gesicht der Sonne zu,
dann fallen die Schatten hinter dich!

Bis bald 🙂