HERBST

Herbst(kind) ist jetzt etwa zwei Jahre alt. Das habe ich zum Anlass genommen, um wieder einmal ein paar neue Zeilen zu unserer dritten Jahreszeit zu verfassen …

Am Boden – ganz plötzlich – das erste verfärbte Blatt.
Zügellose Selbstverständlich- und Sorglosigkeit des Sommers im Wandel.

Eine stille Melancholie, die ein Jahr in mir geschlummert hat, kommt wieder zum Vorschein.
Doch es geht mir gut – diese Sommerlichkeit konnte nicht für immer bleiben.
Bitte geh nicht! Bin ich trotzdem kurz versucht zu rufen. Doch stopp – du kommst ja wieder.
Die Herbstschwester ist auf den allerersten Blick vielleicht nicht ganz so hübsch – doch auf den zweiten wunderschön.

Es gibt jetzt eine neue Klarheit in meinem Kopf.
Nein: Ich bin niemand anderes, doch bin auch ich abhängig von diesem Wandel der Natur.
Keiner kann sich dem vollständig entziehen – es lehrt uns, dass wir uns manchem fügen müssen.
Die Finger auf glatten Klaviertasten – erst kalt, dann lau – spielen eine zarte Weise. Traurig, alt, neu, von einer dezenten Schönheit – aber dennoch gar nicht leise.
Lass die leichte Tristesse zu, schöpfe auch hier aus den Vollen. So kann sie zu einer neuen Glückseligkeit werden.

Holz duftet und knistert im Kamin. Fichte vielleicht?
Blätterregen, Sonne.
Gold, gelb, orange, grün, braun und rot.
Die Farben leuchten, als der Wind durch die Bäume fährt, die rauschen und mit einem
„Tak, tak, tak“ ihre Blätter zu Boden schicken.

Hie und da Pilzsammler mit einem Korb voller Waldschätze.
Gummistiefel voll Erde und Schlamm,
graue Wolken am Himmel, nasse Schauer.
Der eben erstandene Pullover aus der neuen Herbstkollektion, kratzig und doch weich auf meiner Haut, dazu die robusten Stiefel.
Das symbolisiert für mich den Herbst:
Das Dazwischen, das „Zwischen weich und kratzig“.
Und doch so viel mehr als das, doch ganz eigenständig und perfekt für sich.

Kastanien, vollkommen und glatt in den Händen, herausgelöst aus ihrem beschützenden Stachelhaus, glänzend wie poliertes Mahagoni-Holz.
Nach ein paar Tagen zu Hause etwas schrumpelig und matt, aber immer noch schön.
Ich stopfe sie in meine Jackentaschen, die danach so voll sind wie die Backen eines Hamsters.
Kinder neben mir sammeln mit, ihre Eltern beobachten mich misstrauisch, aber lassen mich gewähren.

Altersbeschränkung? Nicht mit mir!

Auf dem Nachhauseweg sehe ich zwei farbige Drachen über den Himmel sirren.
Bleibe am Blumenstand stehen, um die neuen Zweige mit Früchten und Beeren zu bestaunen; erstehe ein paar leuchtende Sonnenblumen und eine Herbstanemone. Wie schön!
Schnell heim, es fängt plötzlich an, ungemütlicher zu werden!
Und dann, als der Regen einsetzt, sind meine Blumen und Kastanien bereits dekorativ arrangiert, mit dicken Socken an den Füßen und einer Tasse Tee in der Hand schaue ich aus dem Fenster.
Das Schaumbad und die Kerzen warten.
Kreischende Kinder in bunten Jacken laufen schnell nach Hause, ihre Drachen unter den Arm geklemmt.
Endlich ist es wieder Herbst!


NAMIBIA – Land der roten Stille

Du kannst aktuell nicht reisen? Kein Geld? Zu krank oder auf andere Art gehandicapt? Zu eingespannt? Keine Lust, Zeit zu investieren? Aber trotzdem interessiert an bestimmten Zielen / Ländern? Wir versuchen, diesen so nahe zu kommen, wie wir es „von hier aus“ können. Fehler meinerseits natürlich möglich – falls euch also etwas auffällt, schreibt mir einfach! Als denn: Lust, zu „verreisen“? Los geht’s:

Well, hello there 🙂
Wieder tauchen wir in ein neues Land ein – herzlich willkommen zu unserem virtuellen Reiseblog Nr. 34

Heute geht es nach …

Namibia. Dies ist ein Staat im südwestlichen Afrika, der auf einer Seite durch den Atlantik begrenzt wird. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Windhuk. Namibia wurde 1884 eine deutsche Kolonie (ein Schutzgebiet) und blieb dies bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Es erlangte im Zuge des Namibischen Befreiungskampfes am 21. März 1990 die Unabhängigkeit von Südafrika. Der 21. März ist seitdem Nationalfeiertag. Namibia ist aufgrund des großen Flächenanteils der Namib-Wüste nur sehr dünn besiedelt und hat etwa 2,1 Millionen Einwohner. 18 Prozent der Bevölkerung leben unter der namibischen Armutsgrenze (Stand 2016). Namibia hat eine parlamentarische Demokratie, die Wirtschaft ist stark durch Landwirtschaft, Tourismus und Bergbau geprägt. Währung: Namibia-Dollar (NAD).

Lage: https://images.app.goo.gl/9avWurqcZicF5zDX8

Detaillierte Karten (diesmal nicht von Orangesmile): https://www.namibiafavorites.de/3511/karte-namibia-reise-reiseplanung/

Warum der Beiname „Land der roten Stille“?
Die Farbe Rot ist in Namibia in allen Schattierungen vorhanden: Zum Beispiel morgens und abends am Himmel, in den Dünen, im Lavagestein der Gebirge oder als Hautbemalung des Nomandenstammes der Himba. Und die Stille erklärt sich mit der geringen Bevölkerungsdichte – Namibia ist etwa zehnmal so groß wie Österreich und hat ja nur 2,1 Millionen Einwohner. 

Zeitzone: https://www.zeitzonen.de/namibia.html

Mancher wird jetzt sagen: Hey, das ist ja wie bei uns!
Stimmt! Und warum ist das nochmal so, wo Namibia doch so weit entfernt liegt?
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/mensch-natur-umwelt/laengengrad-breitengrad-zeit-entfernung-100.html

Klima:
Namibia hat ein subtropisch kontinentales Klima mit einer langen Trockenzeit von Mai bis Dezember und eine kurzen Regenzeit von Ende Dezember bis April. Das Hochland fällt in das Gebiet des Sommerregens; zwischen November und April fällt dort häufiger starker Regen. Anders der äußerste Süden: Er fällt in das Gebiet des Winterregens und es regnet, wenn überhaupt, nur in den Monaten Juni und Juli. An der Westküste fällt selten Niederschlag, es weht ein warmer Wind und es gibt in den Wintermonaten große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Die kältesten Monate sind Juli und August, die heißesten Monate liegen in der Regenzeit, im namibischen Sommer. An der Atlantikküste nimmt der kalte Benguelastrom Einfluss auf das Klima: Im Sommer ist es angenehm kühl, die Wintermonate sind frisch. Das Wetter ist hier das ganze Jahr angenehm und trocken. Das Tropenklima am Caprivi-Streifen verursacht hohe Luftfeuchtigkeit und häufige Niederschläge während der Regenzeit. Auffällig ist das Binnenhochland: Hier kann es in den Nächten zu Frost kommen, sogar Schnee gab es in Ausnahmefällen. 

Klimatabelle (hier: Windhuk): https://images.app.goo.gl/R7wcKbvv7Zty9rnq7

Let’s talk about langu … äh – Sprache:
Die Amtssprache in Namibia ist Englisch. Eine Reihe von Sprachen genießen Schutz als Nationalsprachen, nämlich Afrikaans, Deutsch, Khoekhoegowab, OshiKwanyama, Oshindonga, Otjiherero, RuKwangali, SeTswana und Silozi. Die Nationalsprachen betrifft das Recht, in privaten Schulen nicht die Amtssprache, sondern eine andere Sprache im Unterricht zu nutzen. Außerdem dürfen in den Regionen Namibias Nationalsprachen in Verwaltung, Legislative und Judikative verwendet werden. Voraussetzung ist, dass die Sprache dort von einem nennenswerten Anteil der Bevölkerung genutzt wird. Außerdem gibt es weitere Minderheitensprachen; die Abgrenzung zwischen Sprachen und Dialekten ist nicht einheitlich geregelt, ebenso wenig die Bezeichnung der Sprachen.

Die wichtigsten Vokabeln (in unspektakulärem Englisch): https://www.evaneos.de/namibia/reisen/wichtigster-wortschatz/

Musik:
Namibias Musik weist oft eigenständige Formen von Pop, Chormusik und Kwaito auf und auch Klassisches wie das Südwester-Lied.

Kulturelle Musik:  Makgona Ngwao – https://youtu.be/Jq-DGs9rfBQ

Playlist – Best Namibian Music – https://www.youtube.com/watch?v=hmPF-JLQzBA&list=PLpEt5sXj9jxhMobxxqHkFmktgD-8rJzDi

Südwester-Lied: https://youtu.be/kutzy4efujo

Here we go …

Hauptstadt Windhoek (Windhuk)Windhoek (deutsch Windhuk von 1903 bis 1918) ist die Hauptstadt Namibias sowie auch die größte namibische Stadt. 1840 wurde es erstmals erwähnt, 2011 hatte Windhuk 322.500 Einwohner. Das Wahrzeichen ist deutsch: Die 1907 errichtete Christuskirche im Zentrum erinnert an den lFrieden mit den Deutschen, die bis 1915 als Kolonialherren in Namibia waren. In der Nähe ist das Unabhängigkeits-Gedenkmuseum, das durch seine Bauweise auffällt. Das Nationalmuseum in der Alten Feste (ein früheres Fort) soll an die Geschichte des Kolonialismus sowie an den Kampf um die Unabhängigkeit erinnern und informieren. Mit dem Tintenpalast hat erneut ein Deutscher seine Spuren hinterlassen – das Gebäude, das 1913 erbaut wurde, ist heute der Sitz der namibischen Nationalversammlung. Highlight sind aber die prächtigen Gärten, die den Palast umgeben. Sehenswert ist auch das Katura-Township. Dies ist ein Vorort von Windhuk, der noch infolge der Apartheitspolitik entstand. Die angestrebte Rassentrennung, die in den 90ern endete, zwang die schwarzen Einwohner zu einem Leben in der Vorstadt. Einer der neueren Bauten Windhuks ist das Kriegsdenkmal Heldenacker außerhalb der Stadt. Die Anlage, in dessen Mitte ein riesiger Obelisk steht, wurde von Nordkoreanern gebaut. Neben über 170 Grabstätten (die letzten Ruhestätten berühmter Namibier) besteht das Denkmal aus einer ewigen Flamme, der Statue eines unbekannten Soldaten und einem Aussichtspavillon. Erinnern soll es an die Helden, die im Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit gestorben sind.

Auf YouTube:
Windhoek: https://youtu.be/YPYNK1gG0S8A

City Tour: https://youtu.be/yToOcxdzF_0


Etosha-NationalparkDie Weiten des über 22.000 km² großen Nationalparks erlauben perfekte Wildtier-Beobachtungen. Während der Trockenzeit kann man an natürlichen sowie künstlichen Wasserlöchern Elefanten, Nashörner, Giraffen, Leoparden und andere Tiere beobachten. Ein Fünftel des Parks ist erschlossen. Etosha heißt in der Sprache der Ovambo „großer weißer Ort“ oder „Ort der Leere“ – aufgrund der Etosha-Pfanne, die ein Viertel der Fläche des Parks einnimmt und vor ca. 100 Millionen Jahren entstand. Die Salzpfanne war einst ein See und füllt sich bei starkem Regen heute noch mit einigen Zentimetern Wasser. Im Park existieren zwischen 100 und 150 Säugetierarten sowie über 300 Vogelarten. Tierbeobachtungen sind am Besten in der Trockenzeit, wenn die Tiere an den Wasserstellen zusammenkommen.

Auf YouTube:
Self-Drive-Safari: https://youtu.be/FD5wnX-kg9U

Hafenstadt Lüderitz und Geisterstadt KolmanskopLüderitz ist eine Hafenstadt im Süden Namibias an der sogenannten Diamantenküste. An Küstenabschnitten kann man Flamingos und Pinguine beobachten. In Lüderitz gibt es teils restaurierte Bauten aus der Kolonialzeit und den historischen Bahnhof – oder man besteigt den Diamantberg. In nächster Nähe befinden sich auch Shark Island, eine kleine Halbinsel, und der Diaz Point. Dort entdeckte der portugiesische Seefahrer Bartholomeu Diaz als erster Europäer die Bucht. Ansonsten zeichnet sich die Stadt durch ihre Nähe zum Diamanten-Sperrgebiet und der Geisterstadt Kolmanskop aus. Als hier nach 1900 die ersten Diamanten gefunden wurden, entwickelte sich der Ort schnell zur reichsten Kleinstadt des Landes. Nach dem Diamantenboom verließen die Einwohner die Stadt; die Gebäude wurden sich selbst überlassen. Um den 55 Meter hohen Bogenfels zu erreichen, muss man eine Tour ins Diamantensperrgebiet buchen.

Auf YouTube: https://youtu.be/Km9ZrLt-_pk

Fish River CanyonDer Fish River Canyon im Süden Namibias ist nach dem Grand Canyon der zweitgrößte der Welt. Der „Fischfluss“, der ihm seinen Namen gab, ist mit 800 km der längste Fluss Namibias. Die tiefste Stelle des Canyons beträgt 549 Meter. Ein Abstieg in die Schlucht ist nur von April bis September im Rahmen einer geführten Tour gestattet. Die Touren dauern mehrere Tage und setzen eine gute Fitness voraus. Der Hell’s Bend (Höllenbogen) am südlichsten Ende ist der am meisten fotografierte Ausblick; einige weitere View Points bieten sich östlich davon auf einer Strecke von etwa 20 km an.

Auf YouTube: https://youtu.be/WWTygSCu-oU

Skelettküste
Die Skelettküste – „Das Land, das Gott im Zorn erschuf“ – in der Kunene-Region ist 40 km breit und 500 km lang. An diesem nördlichen Teil der Küste sind nicht nur viele Wale, sondern auch Schiffbrüchige gestrandet, die durch die direkt angrenzende Wüste keine Überlebenschance hatten. Dennoch gibt es an der Küste viel tierisches Leben. Außerdem ist die Küstenregion als größter Schiffsfriedhof der Welt bekannt. Die Skeleton Coast ist in zwei Zonen unterteilt: Das nördliche Gebiet kann nur mit zertifizierten Safari-Unternehmen besichtigt werden und ist Teil des Namib-Skelettküste-Nationalparks. Es bietet eine wilde, mystische Landschaft, insbesondere im morgendlichen Nebel, wenn die kalte Ozeanluft auf die warme Wüstenluft trifft. Das südliche Gebiet von Torra Bay bis zum Ugab River ist frei zugänglich. Hier befindet sich der Dorob National Park, der das ehemalige Erholungsgebiet Westküste umfasst. Das Gebiet ist aufgrund des Fischreichtums ein Paradies für Angler und Robbenkolonien. Zugleich bildet der Park das Bindeglied zwischen dem nördlichen Skelettküsten- und dem südlicheren Naukluft-Nationalpark.

Auf YouTube: https://youtu.be/yAyARygXS1w

Namib-Wüste und Naukluft-Nationalpark
Die Namib gab dem Land seinen Namen und vermutlich wird nichts so sehr mit Namibia in Verbindung gebracht wie die Wüstenlandschaft, die geprägt ist von berühmten farbintensiven Dünen. Die älteste Wüste der Welt wartet mit einigen landschaftlichen Highlights und einem großen Schutzgebiet, dem Naukluftpark, auf. Der Nationalpark umfasst ca. 50.000 km². Die fast 2.000 Meter hohen Naukluftberge begrenzen den Park im Osten; generell sind nur wenige Teile des Parks zugänglich. Es können jedoch Ausflüge zu den bekannten „Pfannen“ bzw. „Senken“ Sossusvlei und Deadvlei unternommen werden. Diese und weitere (Salz-) Ton-Pfannen sind entstanden als der Tsauchab-Fluss auf dem Weg in den Atlantik versandete. Die Deadvlei ist geprägt durch die vielen, bereits seit hunderten Jahren toten, Kameldornbäume, welche durch die Trockenheit der Wüste konserviert wurden und ein beliebtes Fotomotiv darstellen. In Form des Sesriem-Canyon hat der Tsauchab-Fluss sogar eine ca. einen Kilometer lange und bis zu 30 Meter tiefe Schlucht erschaffen. Das Naturschutzgebiet Sandwich Harbour liegt in Form einer zehn Kilometer langen Lagune ca. 42 km südlich von Walvis Bay. Es kann im Rahmen geführter Touren mit dem Geländewagen erkundet werden.

Auf YouTube:
Deadvlei & Namib-Naukluft National Park: https://youtu.be/7SUlLOvBrck

Schloss Duwisib auf der Maltahöhe
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Von einem deutschen Kolonialherren errichtet ist Schloss Duwisib im südlichen Namibia ein ewiger Gruß europäischer Festungsanlagen an die afrikanische Steppe Namibias. Der sächsische Artillerie-Offizier Hansheinrich von Wolf erfüllte sich mit diesem ungewöhnlichen Bauwerk einen Lebenstraum. Nachdem er im Hererokrieg die Landschaft Südwest-Afrikas kennengelernt hatte, ließ er sich 1908 mit seiner Frau im heutigen Süden Namibias nieder, um eine Pferdezucht zu gründen. Die dafür erworbene Farm Duwisib ließ er vom bekannten Festungsarchitekten Wilhelm Sander, der auch schon einige Forts in Windhuk errichtet hatte, zu einer mittelalterlichen Burg umbauen. Das Material wurde aus Deutschland importiert und von Steinmetzen aus Italien, Schweden und Irland bearbeitet. Angeblich als Frau verkleidet gelang von Wolf die Flucht nach Deutschland, wo er sich allerdings wieder zum Kriegsdienst meldete und 1916 in Frankreich in der Schlacht von Somme fiel. Seit den 1970er-Jahren gehört Schloss Duwisib dem Staat Namibia, der es Anfang der 90er-Jahre großzügig renovieren und zum Museum umbauen ließ. 

Auf YouTube: https://youtu.be/ucILEB1jQJY

Plateau-Berge und Fingerklippe im Ugab-Talsowie
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Neben den faszinierenden blockförmigen Plateau-Bergen ist im prähistorischen Ugab-Tal im Norden des Landes mit der Fingerklippe auch die berühmteste Felsformation Namibias zu finden. Wie rechteckige Bauklötze liegen die faszinierenden Berge inmitten der sonst flachen Ebene des Damaralandes. Der Ugab war einst ein 450 Kilometer langer Fluss, der heute nur noch zeitweise Wasser führt. Vor vielen Jahrmillionen schuf er das rund 80 Kilometer lange Ugab-Tal, welches heute von den auch Ugab-Terrassen genannten Plateau-Bergen gesäumt wird. Diese entstanden vor über 30 Millionen Jahren aus unzähligen Schichten aus Kalkstein, die durch das Ansteigen des Meeresspiegels und die dadurch verringerte Fließgeschwindigkeit in das Flussbett des Ugab gelangten. Im Lauf der Zeit wurden die Sedimentschichten aus Fluss und Meer von den prähistorischen Wassermassen des Ugab, sowie Wind und Wetter zu den gewaltigen Steinterrassen geformt. Die höchsten der Plateau-Berge ragen 160 Meter hoch in den Himmel. Die berühmteste Felsformation im Ugab-Tal ist die so genannte Fingerklippe, deren Spitze 929 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Dieser senkrecht stehende rund 35 Meter hohe Basaltfelsen ragt tatsächlich wie ein mahnender Zeigefinger aus der Spitze eines spärlich bewachsenen Hügels. Auch die „Vingerklip“ war einmal ein stolzer Tafelberg, von dem allerdings nur noch ein kläglicher Rest übrig geblieben ist, dessen Umfang an der Basis nur mehr 44 Meter beträgt. 

Auf YouTube: https://youtu.be/caBFyG2y4Yc

Versteinerter Wald
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und

Der versteinerte Wald im Nordwesten Namibias ist ein beeindruckendes Relikt aus vergangenen Zeiten. Bis zu 30 m lange Baumriesen liegen hier versteinert auf der Erde – Besucher machen eine Zeitreise von mehreren hundert Millionen Jahren in die Vergangenheit. Das offizielle Areal des versteinerten Waldes umfasst ca. eine Fläche von 300×800 Metern. Dort liegen etwa 50-60 Stämme am Boden; deren Durchmesser beträgt bis zu einem Meter. Die Bäume waren zu Lebzeiten aber vermutlich noch um einiges größer. Dieser Ort ist so einzigartig, dass er zum nationalen Denkmal in Namibia erklärt wurde. Die Bäume sind unglaublich gut erhalten. Sie wurden durch glückliche Umstände luftdicht abgeschlossen und über Jahrmillionen hinweg durch Kieselsäure versteinert. Trotz ihres atemberaubenden Alters sind sogar die einzelnen Jahresringe der Bäume deutlich erkennbar, ganz so als seien sie gerade erst umgefallen. Deswegen möchte man auf den ersten Blick gar nicht glauben, dass der versteinerte Wald so viele Jahrmillionen alt ist. Zwischen den Stämmen findet man auch eine kuriose Pflanze: Die riesige Welwitschie wächst nur in der Wüste Namib und in Algerien und ist ein lebendes Fossil (siehe Bild). 

Auf YouTube: https://youtu.be/_RxSvqNuaR8

Tal von Twyfelfontein
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Im Tal von Twyfelfontein im Nordwesten von Namibia sind auf über 200 Felsplatten an die 2.500 Felszeichnungen eingeritzt. Die ältesten von ihnen reichen bis in die Steinzeit zurück. Als Twyfelfontein (aus dem Afrikaans wörtlich „Zweifelquelle”) werden eine Quelle und ein Tal im extrem trockenen Damara-Bergland im Nordwesten Namibias bezeichnet. Die weißen Farmer, die sich 1947 in der Region Kunene ansiedelten, befanden die Quelle als nicht zuverlässig und nannten sie daher Twyfelfontein. Diese Bezeichnung wurde später auf das gesamte Tal ausgeweitet. Seit 1952 gilt das Tal etwa 90 km als nationales Denkmal und 2007 wurde es zum Weltkulturerbe ernannt. Die Attraktion von Twyfelfontein ist jedoch nicht die Quelle, sondern die Unmenge an Felszeichnungen und -schnitzereien. Dabei sind überwiegend Jagdszenen dargestellt, in denen mit Pfeil und Bogen ausgerüstete Menschen auf Giraffen, Zebras, Antilopen, Nashörner und Löwen losgehen. Es gibt aber auch abstrakte Figuren und menschliche Fußabdrücke. Die bekanntesten Felszeichnungen sind der „Große Elefant”, der „Tanzende Kudu”, ein ca. 20 cm großes Fabelwesen, und die „Löwenplatte”, auf der ein Löwe mit mächtigen Pranken und abgeknicktem Schwanz zu sehen ist. Es wird jedoch angenommen, dass die ältesten Graffiti über 10.000 Jahre alt sind und die jüngsten noch aus unserer Zeit stammen. Hergestellt wurden die Ritzungen vermutlich mit Quarz-Werkzeugen. Felsmalereien sind deutlich weniger zu finden, vielleicht haben sie aber auch einfach die Jahrtausende nicht so gut überdauert wie die eingeritzten Bilder. 

Auf YouTube: https://youtu.be/iK0BT-V2XD8

Additional ones:

Die Himba
Als Himba bezeichnet man ein kulturell von den Herero unterscheidbares indigenes Volk im Norden Namibias sowie im Süden Angolas. Die Himba gelten als letztes (halb)nomadisches (Hirten-)Volk Namibias. Sie wanderten als Teil der Vorfahren der jetzigen Herero aus dem heutigen Botswana nach Namibia, ein Teil später auch in Gebiete Angolas. In Namibia lebten sie als nomadische Jäger und Sammler zwischen Angola und den ehemaligen Homelands Owamboland und Damaraland. Die Bezeichnung „Himba“ erscheint in den Quellen erst erheblich später; erstmals nannte sie der Missionar Heinrich Vedder so. 1923 wies ihnen Südafrika, das das Land über siebzig Jahre lang beherrschen sollte, ein Reservat zu. Das Kaokoland wurde in drei Reservate aufgeteilt. Die Himba gliedern sich in drei anerkannte traditionelle Verwaltungen. In Namibia (man schätzt das Volk auf etwa 7.000 Menschen) leben sie auch heute noch – vergleichsweise unberührt von der europäischen Zivilisation – in ihrer sich ständig anpassenden und verändernden Tradition als nomadisierende Viehzüchter, Jäger und Sammler. Viele auch ohne Personalausweis in extrem einfachen Verhältnissen. Wohlhabend im herkömmlichen Sinn war dieser Stamm nie, dennoch empfinden sich Himba als vermögend, wenn sie eine große Viehherde. Die Nomaden züchten vor allem Fettschwanzschafe und Ziegen, auch betreiben sie Ackerbau. Sie sind ein Volk mit einer mündlichen Tradition. Oft kommen sie zusammen, um gemeinsam zu tanzen und zu singen, wobei das Thema der oft spontan entstehenden Lieder über Aktuelles in Kenntnis setzt. Die Distrikte unterstehen je einem King oder Chief; der Administrator in der Hauptstadt entscheidet über die Anerkennung oder Absetzung der Headmen. Diese stellten die Verbindung zum Volk stellen her, die Beschwerden oder Vorschläge werden beim King vorgetragen. Eine ähnliche Aufgabe hat der Senior Councilor. Das Ideal ist der König, der nur ausnahmsweise in die Entscheidungsprozesse eingreift. Ein besonderes Merkmal der Menschen ist das Fehlen der unteren vier Schneidezähne, die in jungen Jahren herausgebrochen werden, mit einem speziellen Holzstück werden die Zähne ohne Narkose herausgeschlagen. Die Bekleidung (Männer und Frauen) beschränkt sich auf den ersten Blick auf knappe Lendenschurze aus Kalbsleder und Fell und gelegentlich Sandalen (aus Autoreifen). Größere Bedeutung haben bei jedoch Haartracht und Schmuck: Man kann z. B. an der Beintracht erkennen, wie viele Kinder eine Himba-Frau hat. An den Hand- und Fußgelenken tragen einige der Frauen Messingringe; Frauen mit weißen Halsbändern sind noch kinderlos, Mütter tragen ein braunes. Muscheln werden ebenfalls getragen und an die Töchter vererbt. Die Frisuren bezeugen den sozialen Stand eines Gemeinschaftsmitglieds: Mädchen tragen ihr Haar vor der Pubertät in langen, mit Perlenschnüren verzierten Fransen; zu zwei zur Stirn gerichteten Zöpfen hingegen als heiratsfähige junge Frauen. Mit langen, mit Ocker eingeriebenen Flechten und Fellhaube präsentieren sich verheiratete Frauen. Die jungen Männer tragen einen mittigen, nach hinten gerichteten Zopf, die Seiten werden abrasiert. Verheiratete Männer tragen zumeist ein schwarzes Kopftuch, auf das sie nur bei großer Trauer verzichten. Besonders auffällig ist auch die fettige Creme, die sich Männer wie Frauen in die Haut reiben. Sie verleiht nicht nur eine rote Hautfarbe, sondern schützt auch vor dem heißen Klima und vor Mücken; sie besteht aus Butterfett und Ockerfarbe (Okra). Mittlerweile bestimmen bei den Himba Hegegemeinschaften über das Vieh und über den Tourismus. Es gibt mobile Schulen, in denen die Kinder Englisch lernen. Ihre Kultur hat viele Bedrohungen überstanden und wird sich an manchen Stellen verändern – aber sie hat wieder eine Überlebenschance. 

Auf YouTube:
Doku „Lebende Wüste“ (inklusive Himba): https://youtu.be/GzvoMRrdlj4

Beautypflege aus Namibia / Afrika
(nicht nur für Frauen geeignet …)

Marula-Öl
Marula-Öl wird in Afrika bereits seit langer Zeit zur Pflege von Haut und Haaren eingesetzt. Es werden neben den Samen auch Blätter, Blüten und Baumrinde verwendet (in der Naturmedizin). Die Wirkungsweise des Öles: Für die Haut: Marula-Öl hilft bei trockener und spröder Haut; sorgt für ein verfeinertes Hautbild und gilt als Anti-Aging-Waffe. Für die Haare: Die Haare werden nach der Behandlung mit dem Öl geschmeidig und glänzend. Wird das Öl in die Spitzen einmassiert, kann Spliss effektiv begegnet werden. Für die Nägel: Das Öl pflegt die Nägel und die Nagelhaut. Diese regelmäßige Nagelpflege kann dem Einreißen und Splittern der Nägel vorbeugen. Marula-Öl ist ein geruchloses Produkt ohne jegliche Zusatzstoffe und kann sogar gegen Akne / Hautunreinheiten helfen, da es entzündungshemmend wirkt.

Hier zu bekommen: >> Shopping Marula-Öl

Sheabutter Sie wird in Afrika zur Hautpflege, bei Rheuma und Muskelverspannungen benutzt. In den Savannen wächst der Shea-Nuss-Baum; aus den Früchten wird durch Auspressen der Kerne Sheabutter gewonnen. In Afrika wird die Butter ausschließlich mühsam von Frauen und Kindern hergestellt. Durch den Verkauf verdienen sie meist den einzigen Lebensunterhalt für die Familie. Unraffinierte Butter ist qualitativ besser; sie ist von weislich-gelber Farbe und hat einen leichten Fettgeruch, der allerdings nach dem Auftragen verschwindet.

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ArganölEiner der ältesten Bäume der Welt wächst nur in Afrika (Marokko) und schützt seine Früchte mit spitzen Dornen. Das Öl der Argan-Kerne verbessert in Cremes die Spannkraft der Haut. Außerdem regeneriert es die Zellstruktur und erhöht die Elastizität der Haare. 

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RooibosRooibos schützt und repariert empfindliche Haut und bekämpft feine Fältchen. Stämme aus Südafrika nutzen die Pflanze schon seit Generationen, um Akne, Exzeme sowie Juckreiz zu behandeln. Für die innere Anwendung: Als Tee aufgebrüht entfaltet Rooibos seine verjüngende, antientzündliche Wirkung.

Hier zu bekommen:
Pflegeprodukte: >> Shooping Rooibos Pflegeprodukte
Tee: >> Shopping Rooibos Tee

BaobabLebensbaum, magischer Baum, Affenbrotbaum, Wunderbaum – wie man ihn auch nennt: Seine fettreichen Samen wirken in Ölen feuchtigkeitsspendend und regenerieren trockene Haut. In Afrika (Kenia) ist ein Geheimnis schon lang bekannt: Die Blätter produzieren so etwas wie Sonnencreme.

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Außerdem habe ich noch das Folgende gefunden:
Kosmetik aus der Nara-Pflanze: https://www.nara-cosmetics.com/

Die namibische Küche
Die namibische Küche ist nicht klar definiert und basiert auf Einflüssen der verschiedenen Ethnien im Land und der südafrikanischen sowie der deutschen Küche. So wurden von den Einheimischen vor allem Früchte, Blätter, Getreide und Wurzeln sowie Fleisch von Wildtieren genutzt. Zudem hat die Domestizierung von Rindern zur Nutzung von Rindfleisch und Milchprodukten geführt. Als Grundnahrungsmittel dient den traditionellen Ethnien heute das Maismehl, das in Form von Pap („Polenta“) gereicht wird. Die eingeführte Küche basiert vor allem auf den Einflüssen der deutschen Küche während der Schutztruppenzeit. Noch heute werden zahlreiche Restaurants in den größeren Städten Zentral- und Südnamibias von der deutschen Küche mit Gerichten wie Kasseler, Braten mit Rotkohl und Wurstgerichten dominiert. Vor allem die Küche der Afrikaaner ist in Namibia von der malaiisch beeinflussten Küche Südafrikas, das heißt zum Beispiel von süßen Beilagen wie Trockenobst, gekennzeichnet. Vegetarische oder vegane Küche ist nicht weit verbreitet. Neben dem Fleisch von Rind und Lamm ist das der verschiedenen Antilopen, aber auch von anderen Wildtieren beliebt. Geflügel ist ebenfalls, Schweinefleisch hingegen wenig verbreitet. Nicht zuletzt ist der Braai („Grillen“) eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in Namibia. Wie im Nachbarland Südafrika sind auch in Namibia Biltong (eine Art Trockenfleisch), Droewors (Trockenwurst), Boerewors (Bauernwurst) und Rauchfleisch (geräuchertes Wildfleisch) sehr beliebt. In den nördlichen Regionen spielen der Fischfang und damit das Verzehren von Süßwasserfischen eine wichtige Rolle. An der Küste sind Schalen- und Krustentiere sowie Speisefische sehr beliebt, wurden aber historisch aufgrund der Abgeschiedenheit des Meeres durch die Wüste Namib kaum genutzt. Gemüse und Obst sind bei den Ethnien im Norden wichtiger Bestandteil der Gerichte. In anderen Landesteilen spielte es bis weit in die 1980er Jahre hinein kaum eine Rolle, da Gemüse und Obst hier aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht angebaut wurden und die Transportwege und Kühlmöglichkeiten beschränkt waren. Ausnahme hiervon waren zum Beispiel Wurzeln, Knollen und wilde Melonen sowie Kartoffeln, Mangold, Kürbis (Squash) und andere hitzeunempfindliche, wenig anspruchsvolle Gemüsearten. Süßspeisen basieren vor allem auf deutschen, südafrikanischen und britischen Einflüssen. Grundsätzlich wird jede Nachspeise außer Eiscreme als „Pudding“ bezeichnet. Es dominieren deftige, schwere und stark gesüßte Speisen. Kräuter und Gewürze werden in der namibischen Küche großzügig verwendet. In Namibia werden zum Essen alkoholische und nicht-alkoholische Getränke gereicht. Gerne getrunken wird auch Rooibos-Tee. Eine besondere Rolle nimmt das nach deutschem Reinheitsgebot gebraute Bier ein. 

Wir machen heute: >> Chicken Pie mit buntem Salat
Und als Nachspeise gibt’s: >> Namibischen Bananenkuchen

Hier ein Bild meines leicht abgewandelten Bananenkuchens (war sehr lecker): 

Die Links:

Dokus:
„Grenzenlos“ Namibia: https://youtu.be/1J_T8OYbZ2g
Deutschlands koloniales Erbe: https://youtu.be/4QNUYiwzCes

Google Earth: >> zu Google Earth

Webcam-Ansicht: https://namibiaweather.info/Namib-Desert-Live-Cam.php

Typische Souvenirs (bei Bedarf Seite einfach übersetzen lassen): https://www.exoticca.travel/africa/south-africa/namibia/shopping

Souvenirs – afrikanische Djembe-Trommel: https://www.amazon.de/DJEMBE-SCHLAGZEUG-Professionell-Bongo-Fairtrade/dp/B006BXMF4E

Für heute sage ich wieder „goodbye“, diesmal mit zwei schönen afrikanischen Weisheiten:

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, 
die viele kleinen Schritte tun, 
können das Gesicht der Welt verändern!

Wende dein Gesicht der Sonne zu,
dann fallen die Schatten hinter dich!

Bis bald 🙂

DER GEISTERMANN

Ich fahre nach Hause wie jeden Tag, schaue, was der Abend so bringen mag und komme runter zum Klang des Radios. Heute ist es schon ziemlich spät, der Himmel fast nachtschwarz und mit einigen Sternen getüpfelt.

Kaum über die nächste Kuppe, da erfasst der Lichtstrahl meines Autos etwas – ist das eine … Puppe? Ich bremse und drücke ganz automatisch die Innenverriegelung, obwohl das eher unsinnig ist. Eine weiß-graue menschengroße Gestalt ist da, vor einem Baum am Straßenrand … leicht durchscheinend wie ein Nebel blitzt sie plötzlich einmal auf, wird heller – und ist verschwunden. Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf – was zur Hölle war denn das?!

Dann nehme ich den Schein von Autoscheinwerfern im Innenspiegel wahr und gebe ganz automatisch Gas; jahrelange Fahrerfahrung bewegt meinen Fuß Richtung Bodenblech und ich bin auch schon vorbei an besagtem Baum, über die nächste Kuppe – und drei Kilometer weiter bereits zu Hause.

Während ich in der Küche stehe und mir ein Brot schmiere, ist mir immer noch nicht ganz wohl. Ich denke darüber nach, was ich vorhin gesehen habe beziehungsweise gesehen haben könnte, mein Verstand arbeitet auf Hochtouren daran, nach einer logischen Erklärung zu suchen, die mich beruhigt. Vielleicht … war das ein Nebel. Und dann kam ja hinter mir ein Auto heran, vielleicht hat das diesen Nebel kurz angeleuchtet, bevor er sich auflöste. Ja, so muss es gewesen sein! Schon ist mir eine Spur wohler und ich kann in Ruhe Tagesschau und Tatort schauen, dabei essen und muss nur noch hin und wieder kurz den Kopf schütteln ob meines seltsamen Erlebnisses. Wie, um es aus meinen Gedanken zu schütteln.

Doch das gelingt mir nicht, wie ich spätestens am nächsten Morgen feststelle. Noch ist mein Kopf nicht bereit, das ruhen zu lassen. Nach Kaffee und Toast bin ich wieder auf der Straße und rede mir ein, nicht gespannt zu warten, bis ich in entgegengesetzter Richtung an besagter Stelle von gestern Abend vorbeikomme. Ich fahre über die Kuppe, blicke nach links, wo ich gestern nach rechts sah, zu dem Baum, und sehe: Einen Baum, Gras, ein paar kleine Erhebungen und Erde. Das war‘s. Ich bin erleichtert – da haben mir das Licht, der Nebel und meine Augen wohl einen Streich gespielt gestern. Doch ich bin auch irgendwie enttäuscht.

Kaum durch die Tür des Büros, lenken meine Kollegen, das Telefon und die hektische Vertriebsroutine meine Gedanken jedoch sofort in andere Bahnen – ich nenne das „den Kopf kühlen“ und „die Emotionen in die richtige Relation bringen“, denn arbeitstechnischer Stress hat mich von jeher eher geerdet. Es gibt viel zu tun, aber ich bin dennoch fertig, als es noch hell draußen ist. Ich bleibe jedoch sitzen und sortiere ein paar unwichtigere Papiere von einem Stapel auf einen anderen, bis auch der Letzte meiner Kollegen gegangen ist. Schließlich nehme auch ich meine Schlüssel, schalte das Licht aus und verlasse das Gebäude.

Ich fahre nach Hause wie jeden Tag, schaue, was der Abend so bringen mag und komme runter zum Klang des Radios. Heute ist es schon ziemlich spät, der Himmel fast nachtschwarz und mit einigen Sternen getüpfelt. Kaum über die nächste Kuppe … mein Herz klopft plötzlich heftig.  Der Lichtstrahl meines Wagens und mein Blick fallen gleichzeitig auf besagten Baum. Und ich sehe nichts als einen dunklen Stamm. Oh! Ja, damit war aber doch zu rechnen gewesen …

„Imma, vergiss deine Phantastereien und Hirngespinste und erzähl einfach niemandem von dieser Sache“, weise ich mich innerlich zurecht. Mein Blick fällt noch einmal nach rechts und der Fuß ist schon über dem Gaspedal – da sehe ich ein Licht zwischen den dort dichter werdenden Bäumen aufblitzen, dann ist es sofort wieder weg.

Zum Glück fährt niemand hinter mir, denn die Vollbremsung, die ich hinlege, ist oscarreif. Ich lenke mein Auto mit quietschenden Reifen an den Straßenrand, bin noch geistesgegenwärtig genug, das Parklicht anzuschalten. Dann atme ich tief durch, steige aus, sperre ab und haste in Richtung des dunklen Waldes. Zwischen den Bäumen ist es stockdunkel und ich benutze die Taschenlampen-App meines Smartphones, um etwas zu sehen. Wo ist es hin? Da! In einiger Entfernung blitzt wieder ein Lichtschein zwischen den Bäumen auf und ist kurz danach verschwunden. Ich kann einfach nicht anders – ich muss dem folgen! Warum mich das so stark anzieht, kann ich schwerlich sagen. Eigentlich ist es doch beängstigend, trotzdem muss ich wissen, was da los ist! Immer wieder blitzt das Licht zwischen den Bäumen auf und ich haste hinterher, so schnell es der Wald, die Dunkelheit und meine Handy-App erlauben.

Plötzlich werden die Bäume wieder lichter – wir sind anscheinend einen Bogen gelaufen, stelle ich fest, als ich kurz darauf in etwa an der Stelle aus dem Wald trete, an der ich hineingelaufen bin. Ich sehe automatisch zu dem geheimnisvollen Baum hin – und – leicht durchscheinend wie ein Nebel blitzt dort in den Moment wieder eine menschengroße Gestalt auf, wird heller – und bleibt es einen Moment lang. Ein weiß-grauer nebeldurchwaberter Mann blickt mich für einen langen Moment direkt aus schönen, traurigen Augen an. Ich stehe am Rand des Waldes und bin wie erstarrt, halte die Luft an und mein Herz schlägt bis zum Hals. Dann leuchtet der Mann noch einen Tick stärker auf, es hört sich an wie ein elektrisches Bizzeln – und ist verschwunden.

Ich fühle mich so verstört und gleichzeitig ergriffen, dass Tränen in meinen Augen stehen. Erst langsam kann ich mich wieder bewegen und zu der Stelle am Baum gehen, an der ich diese Erscheinung aufblitzen gesehen habe. Es riecht noch leicht elektrisch geladen, irgendwie verbrannt.

Zittrig bücke ich mich, denn etwas Kleines liegt im feuchten Gras. Ich hebe es auf – es passt in meine Handfläche – und leuchte mit dem Handy auf das Objekt. Es ist ein hellgrauer Stein, wie ein großer Kiesel, durchlaufen von einer einzigen dunkleren Ader – und geformt zu einem perfekten Herz – fast wie geschliffen, aber doch natürlichen Ursprungs. Ich wische mit dem Daumen die Feuchtigkeit der Steinoberfläche ab, entriegle mein Auto und steige ein. Kurz starre ich noch auf den in meiner Hand liegenden Stein, dann stecke ich ihn in die Handtasche auf dem Beifahrersitz und fahre langsam nach Hause.

Ich bin noch immer vollkommen verstört und schalte daheim als Erstes meinen PC ein, um mehrere Stunden googelnd zu verbringen und kreuz und quer durch Geschichten anderer Menschen von übernatürlichen Erscheinungen und Phänomenen zu lesen. Obwohl ich danach müde bin, schlafe ich schlecht und wälze mich hin und her, während mein Gehirn versucht, das Erlebte irgendwie einzuordnen. Dabei liegt der Stein auf der Fensterbank im Schlafzimmer – ich erwarte fast, ihn jedem Moment hell aufglühen zu sehen.

Als ich leicht gerädert am nächsten Morgen zur Arbeit fahre, werde ich auf einmal von der Feuerwehr umgeleitet, anscheinend ist irgendwo auf der Strecke etwas passiert – jedenfalls kann ich nicht an „meinem“ Baum vorbei. Mit einem mulmigen Gefühl fahre ich die Umleitung zur Arbeit.

Irgendwie komme ich durch den Tag und später setzt sich eine Kollegin auf meine Schreibtischkante und fängt einen Smalltalk an, den ich erst nur halb mitbekomme, bis sie meint „Du fährst doch da jeden Tag dran vorbei!“ „Was?“ entgegne ich, jetzt hellhöriger. „Na, was ich gerade meinte. Dieser Mann wurde heute dort gefunden!“ „Welcher Mann?“ Sie verdreht die Augen und erklärt: „Es ist seit ein paar Minuten online in den Regional-News. Da war dieser Mann, der wohl in der Nähe irgendwo angefahren wurde. Und er hat sich bis zu einem Baum am Straßenrand geschleppt, es aber nicht mehr weiter geschafft, sondern ist in den Straßengraben gestürzt und da verblutet. Schau!“

Sie beugt sich über meinen Schreibtisch, tippt etwas auf meiner Tastatur, klickt, und die News-Seite manifestiert sich vor meinen Augen: „Fahrerflucht! Unbekannter, etwa 35-jähriger Mann angefahren und verblutet.“ Und unter der Schlagzeile folgt reißerisch: „Wieder ein Mensch, der schon im Leben vergessen war? Wer kennt diesen Mann? Die Polizei konnte bislang keine Angehörigen ausfindig machen. Kann jemand Angaben zum Tathergang machen?“ …

Dann folgt das retuschierte Leichenfoto des hübschen, aber jetzt leblosen Gesichtes, aufgedruckt vor einem größeren Fotos meines Baumes. „Der Typ ist doch so schön in Echt!“ entfährt es mir, bevor ich die Hand vor den Mund schlage, meine Kollegin zur Seite stoße und zur Toilette laufe, um mich in einer Kabine einzuschließen. Ich setze mich, hole den Stein, den ich irgendwie heute früh mitnehmen musste, aus meiner Jackentasche und streiche mit dem Daumen über die Oberfläche.

Mein Geistermann … war er jemals da?

TENERIFFA, die größte Kanareninsel

Du kannst aktuell nicht reisen? Kein Geld? Zu krank oder auf andere Art gehandicapt? Zu eingespannt? Keine Lust, Zeit zu investieren? Aber trotzdem interessiert an bestimmten Zielen / Ländern? Wir versuchen, diesen so nahe zu kommen, wie wir es „von hier aus“ können. Fehler meinerseits natürlich möglich – falls euch also etwas auffällt, schreibt mir einfach! Als denn: Lust, zu „verreisen“? Los geht’s:

Buenas tardes zu unserer virtuellen Reise Nr. 33

Teneriffa ist die größte Insel der zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln. Sie wird von einem ruhenden Vulkan namens Teide dominiert, der zugleich Spaniens höchster Berg ist. Die Insel ist am Bekanntesten für den Karneval in der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife und besitzt viele Strände, deren Sand verschiedene Farben (golden bis schwarz) aufweist. Sie hat eine Fläche von 2.034,38 Quadratkilometern und ist mit 917.841 (Stand 2020) Einwohnern die bevölkerungsreichste Insel des Landes. Die Einheimischen werden Tinerfeños genannt. Die Vulkaninsel gehört – wie alle Kanarischen Inseln – topografisch zu Afrika, liegt 288 Kilometer vor der Küste Marokkos und 1.274 Kilometer von der Südküste des spanischen Festlandes entfernt.

Lage:
Kanarische Inseln allgemein: https://images.app.goo.gl/q7tPVFKCETNbty6T9
Teneriffa: https://images.app.goo.gl/GFeUxFv6J7Fc6hcv6

Detaillierte Karten: http://www.orangesmile.com/reiseinfos/teneriffa/ausfuhrliche-karten.htm

Zeitzone: https://www.zeitzonen.de/spanien/kanarische-inseln/santa-cruz-de-tenerife.html

Klima:
Teneriffa besitzt wie alle anderen Kanareninseln aufgrund der Nordost-Passatwinde ganzjährig milde Temperaturen. Besonders tagsüber steigt die vom Meer mit Wasserdampf gesättigte Luft am Teidemassiv hinauf und es bilden sich Wolken, die beim Kontakt mit den dortigen Lorbeer- und Kiefernwäldern einen feinen Nieselregen abgeben. Dieser Umstand bringt in den sonst ausgesprochen trockenen Sommermonaten entscheidende Vorteile, da es Hochtemperaturphasen mit mehr als 35 Grad gibt.

Klimatabelle: https://images.app.goo.gl/CLYY9QL3kptX4tbC6

Sprache:
Beim Kanarische Spanisch handelt es sich um einen Dialekt der spanischen Sprache, der zusammen mit den Varianten in Andalusien, Mittel- und Südamerika zur Gruppe des Atlantischen Spanisch (español atlántico) bzw. Südlichen Spanisch (español meridional) gehört.

Kleiner Sprachführer (kanarisches) Spanisch: http://www.kanaren-virtuell.de/kanaren_2/urlaub-spanisch.htm

Musik:
Nicht unbedingt typisch Teneriffa, aber schön: Meditative Entspannungsmusik von Arnd Stein zu Teneriffa-Motiven: https://youtu.be/Qj3GrAdDTaY
Chillout Vibes: https://www.youtube.com/watch?v=Ttjt64xERJs
… und ein wenig traditioneller Folklore: https://www.youtube.com/watch?v=hPQyWeLPXqo

Und jetzt Bühne frei  …
… für einige der Top-Sehenswürdigkeiten:

Santa Cruz de Tenerife Santa Cruz (de Tenerife) ist die im Nordosten liegende Hauptstadt Teneriffas. Neben dem Auditorio de Tenerife gibt es hier noch einige weitere Sehenswürdigkeiten wie die Markthalle Nuestra Señora de Africa, die im maurischen Zuckerbäckerstil gehalten ist, die wunderschöne Altstadt und den Hafen sowie den Parque García Sanabria, in dem man dem Trubel für einen Moment entkommen kann.

Auf YouTube:
Santa Cruz de Tenerife – Vlog: https://youtu.be/whXPdOzsXpQ
Walking in Santa Cruz: https://www.youtube.com/watch?v=3kyENCo-8lA

Auditorio de Tenerife Das Auditorio de Tenerife in Santa Cruz ist vor allem für seine außergewöhnliche Architektur bekannt. Die Konzert- und Kongresshalle hat aber noch einiges mehr zu bieten: Sie besteht aus einer 1.200 m² großen Haupthalle, die von beiden Seiten des Auditoriums zugänglich ist, einem Symphoniesaal, einer Chamber Music Hall und einer Cafeteria. Regelmäßig finden Konzerte, Theateraufführungen, Tanzshows und weitere Veranstaltungen statt. Man kann eine Besichtigungstour buchen oder zu einer der obigen Aufführungen gehen.

Auf YouTube: https://youtu.be/FYT7ZiTQFXk

Playa de las Teresitas Natürlich haben es auch einige der über vierzig traumhaften Strände auf die Liste der Top-Sehenswürdigkeiten geschafft, so auch der Playa de Las Teresitas in Santa Cruz. An diesem knapp zwei Kilometer langen, von Palmen gesäumten künstlichen Strand mit Saharasand laden Liegen zum Sonnenbaden ein; es gibt Strandbars und Restaurants. Manchmal kann es trotz der geschützten Lage windig sein, was dem beliebten Strand allerdings keinen Abbruch tut.

Auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=BccLAvsQgvc

Nationalpark El Teide Der 3.718 Meter hohe Vulkan Teide und sein gleichnamiger Nationalpark bilden das Zentrum der Insel. Mit der Seilbahn gelangt man auf die Bergstation in 3.555 Metern Höhe. Die überwältigende Landschaft, die bereits mehrfach Kulisse von Science-Fiction-Filmen wie „Planet der Affen“ und „Krieg der Sterne“ war, kann außerdem auf einem großen Wegenetz durchwandert werden. Im seit 2007 zum UNESCO-Welterbe gehörenden Park gibt es 38 unterschiedlich schwierige Routen, die zwischen zwei Stunden und einem ganzen Tag dauern können. Der Teide-Nationalpark ist zudem eines der besten Sternebeobachtungsgebiete der Welt.

Auf YouTube:
Die besten Highlights: https://www.youtube.com/watch?v=uJ18cuhqXfc
Seilbahn (Cable Car Teleferico del Teide): https://www.youtube.com/watch?v=5N8oMhRGDQ4
Sternenhimmel über El Teide: https://www.youtube.com/watch?v=dusrMZ7Nk5s

Puerto de la Cruz Den Mittelpunkt von Puerto de la Cruz bildet ein hübscher Platz mit einem Springbrunnen und einem alten Lorbeerbäumen sowie zahlreichen Restaurants und Cafés. Genauso sehenswert ist die Kirche Nuestra Señora, die sich direkt an dem Platz befindet und nicht weit von der Strandpromenade entfernt ist. Am Besten kombiniert man einen Strandbesuch mit einem Spaziergang durch die Stadt, die mit grünen Parkanlagen, einem großen kulturellen Angebot und auch zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten aufwartet. Außerdem bietet die Altstadt bezaubernde bunte Gassen, geschichtsträchtige Kolonialhäuser und eine Menge typischer Restaurants.

Auf YouTube:
Cityscapes: https://www.youtube.com/watch?v=g4I8NVxvUZI
Spaziergang durch Puerto de la Cruz: https://www.youtube.com/watch?v=jcx-DhiFacE

Lago Martiánez In Puerto de la Cruz befindet sich auch das Meerwasserschwimmbad Lago Martiánez. Das außergewöhnliche Freibad wurde bereits in den 70ern vom Künstler César Manrique erbaut und erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 33.000 Quadratmetern (größtes Salzwasserbad Europas). Besucher können sich auf einen künstlich angelegten See, sieben Pools, Liegen unter Palmen und eine Menge Wasserspaß freuen. Das Angebot wird außerdem durch die vielen Einrichtungen abgerundet, dazu gehören Bars, Restaurants und ein Casino.

Auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=j78xMJwuWqg

Masca Das Bergdorf Masca, das etwa 100 Einwohner zählt, gehört zu einem der schönsten Orte Teneriffas. Es liegt oberhalb einer Schlucht mitten in den Bergen von Teno im Nordwesten der Insel und ist nur über eine schmale Straße erreichbar. Hier kann man noch das echte kanarische Dorfleben kennenlernen und mit Einheimischen in Kontakt kommen.

Auf YouTube:
Masca: https://www.youtube.com/watch?v=7FO805j-DBw
Wanderung durch die Masca-Schlucht: https://www.youtube.com/watch?v=YmA4sz_jniQ

La Laguna Die Universitätsstadt (San Cristóbal de) La Laguna, die zum UNESCO-Welterbe gehört, ist eine der bedeutendsten Städte der Insel. Dort sollte man sich unbedingt die geschichtsträchtige Altstadt ansehen. Dabei kann man alte Villen, traditionelle Höfe und zum Beispiel auch die Kirche Concepción sowie die Plaza del Adelantado bewundern. Bars ermöglichen ein entspanntes Nachtleben. Die Stadt ist außerdem bekannt für ihre zahlreichen Volksfeste wie zum Beispiel zur Semana Santa während der Osterferien, die die wichtigste Woche des Jahres ist und in der einige der schönsten Prozessionen stattfinden.

Auf YouTube:
Visit La Laguna: https://www.youtube.com/watch?v=2Mj_dxVRDxc
Old town walk: https://www.youtube.com/watch?v=GnO_i8O8nvc
Straßenbahnfahrt von Santa Cruz nach La Laguna: https://youtu.be/HRh-UkFo5a0

Drago Milenario Der Drachenbaum Drago Milenario in Icod de los Vinos ist ein weiteres Wahrzeichen Teneriffas. Mit 16 Metern Höhe, 20 Metern Umfang und einer außergewöhnlichen Form ist er ein Touristenmagnet. Der Drachenbaum befindet sich inmitten eines grünen Parks – neben der Pfarrkirche – und ist eine der bedeutendsten natürlichen, kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten auf den Kanaren. Es wird vermutet, dass der rund 800 Jahre alte Baum der älteste des gesamten Archipels ist.

Auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=2XDPRuMRj8s

Cueva del Viento
>> zu den Bildern

Nicht weit entfernt findet man die nächste Sehenswürdigkeit: Die Cueva del Viento, die mit ihren 17 Kilometern die längste Lavahöhle Europas. Sie liegt im gleichnamigen Ortsteil von Icod de los Vinos und ist wahrscheinlich vor mehr als 27.000 Jahren entstanden. Täglich finden Führungen statt, bei welchen man sich von unglaublichen Formationen beeindrucken lassen kann. Um das empfindliche Ökosystem zu schützen, sind diese allerdings auf maximal vier Führungen pro Tag beschränkt. 

Auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=LfPoJgx_P-Q

Additional ones:

Karneval auf TeneriffaDer Karneval in Santa Cruz de Tenerife ist eine traditionelle Karnevalveranstaltung, deren Höhepunkt der Straßenumzug bildet. Die größte Einzelveranstaltung ist die Wahl der Karnevalskönigin. 2017 wurde im Parque del Barranco de Santos das Museum Casa del Carnaval eröffnet, das sich auf der Geschichte der Veranstaltung widmet. Der Karneval auf Teneriffa gilt als zweitgrößter der Welt und sogar zu einer Zeit, er verboten war, wurde er regelmäßig getarnt als „Winterfest“ begangen. In der Hauptstadt ruhen zum Karneval die politischen Geschäfte. Sind die „Karnevalskönigin“ und ihr Hof sowie die „Kinderkönigin“ bestimmt, starten die Umzüge. Die dann folgende Woche wird dominiert von Musik- und Kostümwettbewerben, durch die ganze Stadt ziehen Samba- und Maskengruppen, dazu historische Umzugswagen. Der Höhepunkt ist am Karnevalsdienstag, dann findet in Santa Cruz der große Umzug, der „Corso“, statt. Ein weiteres Ritual ist die „Bestattung der Sardine“: Die Sardine ist eine riesige Fisch-Puppe aus Pappmaché; in Santa Cruz wird sie auf einem Thron durch die Stadt getragen. Witwen, Klageweiber und „schwangere“ Männer verabschieden sich dahinter unter Tränen vom Karneval. Im Insel-Norden bedeutet der eigentliche Abschied vom Karneval erst den Startschuss für die Fiestas. So hat es Puerto de la Cruz dabei sogar zur internationalen Attraktion geschafft: Der große Umzug findet dort traditionell am Samstag nach Aschermittwoch statt. 

Auf YouTube:
Karneval in Santa Cruz: https://www.youtube.com/watch?v=sQCk71Ilhok
Karnevalsumzug in Puerto de la Cruz: https://www.youtube.com/watch?v=5B3SxbhXgxI

Aloe Vera Ihre Beliebtheit verdankt Teneriffa nicht zuletzt ihrer einzigartigen Vegetation – und die hervorragenden Bedingungen werden auch professionell genutzt, zum Beispiel zum Anbau von Aloe Vera. Diese Pflanze ist wohl um ein Vielfaches älter als die Menschheit, als Heilpflanze wurde sie nachweislich schon vor etwa 6.000 Jahren genutzt. Heute finden sich Vorkommen in tropischen und subtropischen Regionen, Indien, auf den westindischen Inseln, in Mexiko und natürlich auf den Kanaren. Der eingedampfte Pflanzensaft, der nach dem Abschneiden der Blätter austritt, hat eine pharmazeutische Wirkung. Besondere Beachtung verdient jedoch das fleischige Innere der Blätter, das Aloe Vera-Gel. Es wirkt antibakteriell, antiviral, antimykotisch, entzündungshemmend, immunstimulierend, verdauungsfördernd und bindet Cholesterin sowie überschüssige Gallensäure. Es enthält Aminosäuren, Enzyme, Mineralstoffe und Spurenelemente, Eisen, Calcium, Magnesium usw. Es gibt die innerliche und die äußerliche Anwendung. Besonders beliebt ist die Aloe auch als Zusatzstoff in vielen Pflege- und Kosmetikprodukten. Für die innerliche Anwendung bietet der Handel Produkte wie Kapseln mit aus Gel gewonnenem Trockenextrakt, konzentrierten Saft oder als Direktsaft. Die Qualität der Pflanzen aus Teneriffa ist über jeden Zweifel erhaben; trotzdem sollte auch hier auf Qualität geachtet werden. Grundsätzlich sind solche zu bevorzugen, in denen die Aloe möglichst im Urzustand, ohne zu starke Verarbeitung, enthalten ist. Ein Bio-Siegel ist immer ein guter Qualitätshinweis.

Produkte sind beispielsweise hier zu bekommen: >> Google Shopping-Suchresultate

Bzw. Aloe Vera-Pflanzen selbst sind natürlich auch bei uns in Gärtnereien zu beziehen und sehen sehr hübsch aus. Sie vermehren sich außerdem grandios – die Ableger dann einfach aus der Erde ziehen und neu einpflanzen oder (die Wurzeln am Besten mit einem feuchten Tuch umwickelt) weiterschenken.

Die kanarische KücheDie ersten Bewohner der Kanaren haben die Rezepte mit ihren lateinamerikanischen Wurzeln beeinflusst. Das wichtigste Lebensmittel der kanarischen Küche ist auch heute noch immer Gerste. Diese wird geröstet und zermahlen zu Mehl, dem bekannten Gofio
Das Frühstück nehmen die Canarios meist außer Haus ein. Es erfolgt in zwei Teilen: In den frühen Morgenstunden nehmen sie erst eine Tasse Kaffee mit Croissant, Toast oder Bollo (Kaffee-Kuchen) ein. Ab 10 Uhr nimmt man dann ein Sandwich, Baguette oder einen Toast, in der Regel mit Schinken und Käse, zu sich.
Mittagessen gibt es zwischen 13 Uhr und 15.30 Uhr, also in der Zeit, wenn die meisten Geschäfte für die Siesta schließen. Es gibt Snacks (Tapas) und als Getränk Bier, Wein oder auch manchmal Soda. Kaffee oder Tee sind keine Bestandteile eines Mittagessens. Vor dem warmen Hauptgericht gibt es manchmal noch einen Salat, zum Abschluss etwas Süßes.
Abendessen nimmt man nicht vor 21 Uhr ein, da aufgrund der Schließung der Geschäfte am Nachmittag viele Menschen bist 21 oder 22 Uhr arbeiten. Abends macht man normalerweise einen Spaziergang mit Familie oder Freunden, oft zusammen mit einem Stopp für Tapas und Wein auf der Terrasse einer Bar. Das Abendessen ist sehr umfangreich und man nimmt sich entsprechend Zeit dafür.
Die kanarische Bevölkerung hat eine Liebe für würzige und aromatische Speisen. Viele Kräuter werden auf den Inseln angebaut, aber auch einige importiert; vielfältiges Gemüse und tropische Früchte wachsen auf den Inseln. Heimische Fischarten sind beispielsweise La Claca und La Vieja und eine besondere Meeres-Spezialität ist Hummer. Ökologischer Weinbau gibt den Kanaren wirtschaftlichen Aufschwung. Das Fleisch wird oft aus Spanien oder Südamerika importiert, doch es gibt auch lokales Fleisch wie Kaninchen, Ziege und Schwein; dabei nicht zu vergessen sind Wurstwaren wie die Chorizo. Weitere Insel-Spezialitäten sind Ziegen- und Schafskäse, Honig mit oder ohne Rum und viele weitere regionale Produkte.
Traditionell ähneln sich die Gerichte auf den Kanaren, einen kleinen eigenen Hauch gibt jedoch jede der Inseln hinzu. Es wird generell sehr gesund gegessen.

Wir machen heute:

Papas arrugadas (kanarische Runzel-Kartoffeln mit Salzkruste):
https://www.teneriffa-news.com/rezepte-kueche/papas-arrugadas-runzel-kartoffeln-mit-salzkruste_906.html

… mit Mojo verde:
https://www.teneriffa-news.com/rezepte-kueche/mojo-verde-typisch-kanarische-sauce_912.html

… und / oder Mojo rojo:
https://www.teneriffa-news.com/rezepte-kueche/mojo-rojo-scharfe-kanarische-sauce_3351.html

Die Links:

Dokus:
„Grenzenlos“ Teneriffa: https://www.youtube.com/watch?v=2Hoeb39vgwg
Teneriffa – Königin der Kanaren: https://www.youtube.com/watch?v=x9pU0k6s4lQ
WDR Kanarische Inseln: https://www.youtube.com/watch?v=Ugv-nPhgwrw

WDR „Mission Traumurlaub“ Teneriffa: https://www.youtube.com/watch?v=H_HV32WafA0
Teneriffa in fünf Minuten: https://youtu.be/AS0Y8Icltuk

Google Earth: >> zu Google Earth

Typische Souvenirs: https://www.sunbonoo.com/de/teneriffa-mitbringsel
… ich habe mir eine Strelizie gegönnt – allerdings nicht „Original Teneriffa“, sondern einfach nur in Anlehnung an den Blog als (allerdings sehr schöne) Kunstblume: https://www.artplants.de/catalogsearch/result/?q=Strelizie
Und noch etwas ganz Besonderes: Bananenwein aus Teneriffa: >> hier die liebliche Variante

Webcams: https://www.skylinewebcams.com/de/webcam/espana/canarias.html

Und nochmals zur Erinnerung – Postkarten, nicht nur von Teneriffa: https://www.mypostcard.com/designs/urlaubsgruesse

Adios, liebe Leser – und bis zum nächsten Blogartikel 🙂

 

HERZENSNAHRUNG

Und wieder geht es um das Thema Herz & Seele:

Nichts und niemand kann die Lebewesen ersetzen, die uns nahe waren und verlassen haben, sei es aus freien Stücken oder unfreiwillig. Jeder (jedes) ist und war auf seine oder ihre Weise absolut einzigartig, so wie wir alle das sind. Und es wäre eine Beleidigung, sie einfach ersetzen zu wollen – klappen würde es ohnehin nicht. Sicher ist jedoch, dass diese ein Loch in unserem Leben hinterlassen. Ein Loch, das wir auf die eine oder andere Weise füllen müssen, damit es uns wieder gut geht.
Doch womit? Manche Menschen greifen zu schlechten Methoden wie Alkohol …
So wie wir uns ein neues Tier zulegen und es dann eben auf und für (s)eine ganz besondere Art und Weise lieben, so müsste es manchmal auch bei uns Menschen sein. Ich meine damit nicht, dass man versuchen soll, jemanden zu ersetzen, und ich meine auch nicht unbedingt Liebesbeziehungen, sondern eher freundschaftliche und familiäre Bande. Es müsste so etwas geben wie eine Kartei, ein Internetportal, Annoncen mit Menschen, die sich erbieten, uns auf eine neue Art und Weise – ihre Art und Weise – Liebe und Gesellschaft zu schenken. Weil sie es sich auch wünschen.
Manchmal denke ich über dieses Thema nach.
Denn es ist meist ein sehr großer Zufall, jemanden zu finden, der ein Loch, das jemand hinterlässt hat, auf genau die richtige Art und Weise füllen kann. Es ist schon schwer genug, sich beispielsweise nach einer wahren Liebe wieder genauso wahr zu verlieben, so jemanden zu finden. Wie kann es da möglich sein, zum Beispiel einen Eltern- oder Geschwisterteil, einen besten Freund oder eine beste Freundin „herbeizuzaubern“? 
Eine brauchbare Lösung zu diesem Thema ist schwierig …
Klar gibt es Annoncen für Freizeitpartner (vor allem beliebt bei der älteren Generation) – aber gibt es auch solche von älteren Menschen, die keine Kinder (mehr) haben und sich Kontakt mit einem jungen Erwachsenen wünschen? Der mit ihnen unter anderem an Feiertagen oder zu bestimmten Anlässen etwas macht – ein wenig wie Familie eben? Auch umgekehrt, wenn sich ein jüngerer Mensch wieder jemand Älteres, quasi eine Art mütterliche Freundin oder väterlichen Freund wünscht. Woher nehmen, wenn man nicht zaubern kann?
Die Wahrheit ist, dass wir selbst etwas tun müssen. Eine Möglichkeit kann soziales Engagement sein. In sozial engagierten Vereinen und Gruppierungen, bei Tierheimen usw. ist Bedarf da, Bedarf nach einer Arbeit, die wiederum auch uns erfüllen kann.
Eine Patenschaft. Wie wäre es damit? Oft besteht die Möglichkeit eines brieflichen Kontakts mit einem Patenkind und die zum Austausch von Geschenken und Bildern.
Genauso wie auch ganz allgemein bei einer Brieffreundschaft. Oder – hast du mal darüber nachgedacht? – wir könnten ja selbst eine Annonce schalten, auf welchem Portal auch immer (Zeitung, Facebook usw.), um nach Menschen für Unternehmungen zu suchen. Umso wahrscheinlicher ist es, dass einmal jemand dabei ist, der auch wieder unser Herz berührt.
Selbsthilfegruppen.
Füllen kann das Herzensloch bei manchen auch ein „Herzenshobby“, eine Leidenschaft, für die wir brennen. Auch diese ist nicht ganz leicht zu finden; also: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren … und gleichzeitig lernen wir bei so einem Arrangement oft auch andere Menschen kennen, was wiederum die Chance erhöht, einen Seelenmenschen zu finden.
Natürlich sollen und können wir unsere verlorenen Menschen und Tiere nicht vergessen. Wenn zum Beispiel jemand verstorben ist, können wir uns einen schönen Platz in der Wohnung schaffen, den wir mit Fotos, Gegenständen, Erinnerungen aufwerten.
Leider gibt es generell, wie das fast immer so ist, keinen Masterplan, um innere Leere aufgrund Verlust zu füllen. Jedem hilft etwas oder jemand anderes. Und verzweifelt auf dieses „eine“ zu warten, bringt uns meist nur noch weiter davon weg.
Ich vergleiche es immer mit Sport: Um sich top in Form zu bringen, ist einiges an Training nötig. Sind wir dann aber mal ein paar Wochen außer Gefecht, stellen wir danach fest, dass unsere Fitness zurückgegangen ist – und zwar im ungleichen Verhältnis zum Antrainieren.
Alles Gute braucht meist ein wenig Mut, guten Willen und Durchhaltevermögen.
Und? Wer oder was ist oder wird dein Herzenspartner, -hobby; die Nahrung für deine Seele? Finden wir es heraus …