Von der schönen Aussicht überblicke ich die Stadt –
eine Halbinsel, die mehr als Charakter hat:
Von bewaldetem Steilufer und Inn umschmeichelt,
von mittelalterlichen Patrizierhäusern, dicht an dicht, gezeichnet.

Der Kellerbergweg führt mich in die Stadt hinab,
von deren einstigen Bierkellern er seinen Namen hat.
Mit bewaldetem Bergcharakter zum Wandern er verleitet –
und wird vom Waldlehrpfad begleitet.

Über die Rote Brücke geht es und den wirbelnden Inn –
Schon öffnet – wie geleitet von siebtem Sinn –
das romanische Brucktor seinen Schlund.
Es zieht uns hinein durch der Stadt lieblichen Mund!

Italienische Musik tönt von den Arkaden – sind wir in Italien gelandet?!
Nein! Wir sind in einer italienisch anmutenden Innstadt gestrandet!
Und roter Teppich begrüßt uns wie am Lido – zum Arkadenfest!
Wasserburg, du bietest was für deine Bewohner und Gäst‘!

Es zieht meine Sandalen wie im Sog unter die alten Bögen,
der Kopf kommt nicht mit! Nur spüren – nicht überlegen!
An stadtbekanntem Café, Eisdiele und One-Man-Show vorbei –
den auf dem Teppich tanzenden Paaren ist das sowieso einerlei!

Weiter, weiter geht’s, bis zur Max-Emanuel-Kapelle.
Und plötzlich – zack – wird es kalt! Die Nacht senkt sich herab auf der Stelle.
Wer oder was … hat denn das auf einmal gemacht?!
Denn vom Parkplatz am Gries leuchtet jetzt winterlich hervor die Nacht!

Meine Füße, nun in Winterstiefeln, zieht es zum Eiszauber hinüber.
Schlittschuhläufer, Buden und glitzernde Lichter, über und über!
Sie zieren nebst ausrangierten Skigondeln einen Teil des Gries‘.
Der Kakao in meiner Handschuhhand schmeckt nach Heimat und Geborgenheit süß!

Der Inndamm zieht mich aber schnell wieder in seiner Schleife Bann
und ich schreite den Weg hinterm Gries zu ihm hinauf sodann –
nun wieder sommerlich gewandet, zwischen Lichterketten in der frühen Nacht.
Meine Füße in leichten Sneakers haben mich zum Inndammfest gebracht!

Der spätsommerliche Nebel des Inns die zahllosen Besucher umschleicht,
doch durch die Beleuchtung gebannt die vielen Stände er nicht erreicht.
Und so bleiben Wärme und Lachen und Licht –
und ich spüre selbst ein Lächeln auf meinem Gesicht.

Mein Weg führt mich nach einer Weile des Schreitens wieder hinein ins Herz der Stadt,
wo plötzlich der Nachtflohmarkt des Augusts mich eingefangen hat.
Um die Jakobskirche bewundere ich mit einer Taschenlampe die Flohmarktstände.
Zum Beschauen nutze ich jetzt auch meine Hände!

Kleine und große Schätze, im dunklen Licht kaum zu sehen!
Doch ich möchte kein Hindernis sein und will weitergehen,
im Menschenfluss durch die sich in einen Flohmarkt gewandelten Gassen,
die mich plötzlich – zwischen all den Leuten – trotzdem gelassen werden lassen.

Mit einem Glas Wein in der Hand in der Hofstatt ich nun sitze,
und genieße sie jetzt wieder – eine noch sommerlichere Hitze!
Das entspannte Treiben des Weinfests lebt um mich, und am Wein ich mich labe.
Ich genieße, dass ich auch still in meiner Blase Anteil an dem Ereignis habe!

Einmal geblinzelt – und ich merke, der Herbst zieht schon langsam heran.
Bunte Bilder aus einem Projektor strahlen riesenhaft die Altstadthäuser an!
Wie Kunstgemälde zieren sie die Fassaden und: Wasserburg leuchtet, ja!
Ich sitze staunend mit Pizza in der Hand und Jeansjacke um die Schultern da.

Der Weg führt mich weiter durch die Gassen Richtung Marienplatz.
Und ich höre in fremden Sprachen diesen oder jenen Satz!
Das Nationenfest in den Juni mich katapultiert.
Warum mich diese Beamerei nicht langsam verwirrt?!

Doch ich glaube, das liegt am gelassenen Zauber dieser Stadt,
die mich gerade mit Börek – und irischer Musik – beim Nationenfest gefangen hat.
Um die Ecke gebogen liegt Schnee und es scheint, man höre Engel auf dem Marienplatz singen.
Wird sich gleich eines der winterlichen Chorkinder in die Lüfte schwingen?!

Dem Esel und den Schafen ist es einerlei –
und auch der riesige Christbaum leuchtet nur erhaben und wunderschön dabei;
verleiht dem Platz einen weihnachtlichen Glanz.
Was soll ich sagen: Das Wasserburg-Gefühl macht mich einfach … ganz!

Ich kaufe noch eine Weihnachtskugel an einem zauberhaften Stand,
stehe da, in winterlichem Gewand,
bevor der Stadtbus mich Richtung Schwimmbad Badria bringt.
Wo es wärmer wird; frühlingshaft – und fast discolaute Musik erklingt!

Durch den Torbogen betrete ich das Wasserburger Frühlingsfest,
das mir im schicken Dirndl das Herz höher schlagen lässt!
Die Volksfestkarussells leuchten – und manche sausen durch die anbrechende Nacht!
Im kleinen Riesenrad mit Zuckerwatte in der Hand werde auch ich in die Luft gebracht.

Am höchsten Punkt betrachte ich unter mir das lebhafte Gedränge:
Auch hier tummelt sich eine fröhliche Menschenmenge!
Und darüber spannt sich das weite Himmelszelt.
Ich betrachte all das und weiß: Wasserburg, du bist meine Welt!

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