Heute einmal ein ganz anders Thema: Kinder(wunsch).
Nichts für einen Schreibwettbewerb also, sondern ein etwas persönlicherer Blogartikel, ein paar Gedanken zu dem Thema aus meiner Sicht. Vielleicht gibt es den einen oder anderen, der sich wiederfindet – oder dem es hilft.

Ich zum Beispiel möchte keine Kinder. Warum das so ist? „Zeugenaussagen zufolge“ bin ich ein herzlicher Mensch und beschäftige mich durchaus manchmal gerne mit ihnen. Das kann erfrischend sein, einen zum Lächeln bringen und Sinn geben. Es wärmt das Herz. Dann ist es allerdings auch wieder gut damit, für’s Erste …

Zudem, dass ich noch nie so richtig für das Thema gebrannt habe, gibt es Gründe für das Nein.
Man kann es damit vergleichen: Es gibt viele Berufe, die toll sein mögen, und einigen Menschen gefällt dies und jenes, während jemand anderes das von außen gesehen gut findet, aber selbst andere Vorstellungen hat.
Und ich – nun, ich möchte keinen lebenslangen Beruf, den ich im tiefsten Inneren einfach nicht will bzw. bei dem ich die realistische Angst habe, dass ich ihn aus bestimmten Gründen nicht so ausüben kann, wie ich mir das vorstelle und wie es sein sollte, zum Wohle aller.

Ich weiß, wie anstrengend und unlustig Kindererziehung und der dazugehörige Alltag größtenteils sind – für einen kleineren Teil schöner Momente – und mit keinerlei Garantie, was später einmal aus der Beziehung zum Kind wird. Kümmert es sich um mich, wenn ich mal alt bin? Verstehen wir uns später noch? Haben wir Kontakt?

Mir hat der Gedanke an ein Kind schon als Teenager und dann auch als junger Erwachsener irgendwie widerstrebt. Ich beruhigte mich: Das käme wahrscheinlich schon noch, dieser Kinderwunsch. Er kam aber nie so wirklich – und ab Ende meines Twen-Daseins gab ich nicht mehr „ich weiß es nicht“ an, sondern stets, dass ich keine Kinder wolle, da sich dieser Gedanke mittlerweile verfestigt hatte.

Zusätzlich zu der Tatsache, dass ich nicht dafür brenne, möchte ich privat auch im Wesentlichen tun, was mir gefällt, möglichst frei sein.
Ich will nicht in Spielgruppen gehen und zum Kinderarzt und täglich Wäsche machen müssen und Windeln wechseln und, und, und.

Ich habe eine Zeitlang darüber nachgedacht, warum das so ist, und bin zu dem Schluss gelangt: Es ist eben so, weil es so ist – individuell. Wie der eine die Lieblingsfarbe blau und der andere stattdessen gelb hat.
Und wegen bestimmter individueller Umstände ohnehin.

Gerne würde ich unsere familiären Gene weitergeben, deshalb beschäftigt mich das Thema derzeit. Das würde ich wirklich gerne, aber man kann schließlich keinen erwachsenen Menschen zur Welt bringen!
Wenn, dann muss man das „Projekt“ Kinder von Herzen wollen, durchziehen bzw. auch durchhalten können, sonst geht es nicht gut aus.

Ach ja: Wie ich meine Nachfolger genannt hätte? Diese Überlegung habe ich mir zumindest erlaubt.
Helena Juliana und Jan Matthias klingt jeweils recht schön.

Also, liebe Helena, lieber Jan:
Es tut mir leid, dass ihr nicht durch mich hier seid. Seid euch gewiss: Es liegt nicht an euch!
Und, obwohl ich im Grunde nicht daran glaube (aber wer weiß das schon):
Vielleicht – eines Tages – vielleicht, da sieht man sich …