Heute einmal ein ganz anders Thema, das viele Menschen spätestens mit Mitte 30 beschäftigt: Kinder. Und nichts für einen Schreibwettbewerb, sondern ein Blogartikel, zudem ein etwas persönlicherer, ein paar Gedanken zu dem Thema aus meiner Sicht. Vielleicht gibt es den einen oder anderen, der sich wiederfindet – oder dem es hilft.

Ich zum Beispiel möchte keine Kinder. Warum das so ist? Bestimmt nicht, weil ich kalt und herzlos wäre oder Kinder nicht mag. „Zeugenaussagen zufolge“ 😉 bin ich sogar ein eher herzlicher Mensch – und beschäftige mich durchaus manchmal gerne mit Kindern. Das kann unglaublich erfrischend sein, einen zum Lächeln bringen und Sinn geben. Es wärmt das Herz. Dann ist es allerdings auch wieder gut damit, für’s Erste …

Ich habe, zudem, dass ich noch nie so richtig für das Thema „gebrannt“ habe, meine Gründe für das Nein.
Man kann es damit vergleichen: Es gibt viele Berufe, die toll sein mögen, und einigen Menschen gefällt dies und jenes, während jemand anderes das von außen gesehen gut findet, es aber selbst nicht machen möchte, sondern andere Vorstellungen hat.
Und ich – nun, ich möchte keinen lebenslangen Beruf, den ich im tiefsten Inneren einfach nicht will bzw. bei dem ich die realistische Angst habe, dass ich ihn aus bestimmten Gründen nicht so ausüben kann, wie ich mir das vorstelle und wie es sein sollte, zum Wohle aller.

Man klingt ja eher etwas böse, wenn man sagt, man wolle keinen Nachwuchs, aber so ist das nicht gemeint. Ich weiß, wie anstrengend und unlustig Kindererziehung und der dazugehörige Alltag größtenteils sind – für einen kleineren Teil schöner Momente – und mit keinerlei Garantie, was später einmal aus der Beziehung zum Kind wird. Kümmert es sich um mich, wenn ich mal alt bin? Verstehen wir uns später noch? Haben wir Kontakt?

Mir hat der Gedanke an ein Kind schon als Teenager und dann auch als junger Erwachsener widerstrebt. Ich beruhigte mich: Das käme wahrscheinlich schon noch, dieser Wunsch. Er kam aber nie so wirklich – und ab Ende meines Twen-Daseins gab ich nicht mehr „ich weiß es nicht“ an, sondern stets, dass ich keine Kinder wolle, da sich dieser Gedanke mittlerweile verfestigt hatte.

Wenn ich ein Baby auf dem Arm hielt oder Leute mit Kinderwagen sah, dachte ich immer relativ erleichtert: Gott sei Dank bin das nicht ich / ist das nicht meins! Das ist auch so geblieben. Und mit dem Babystadium an sich ist es allgemein so: Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich Tierbabys um ein Vielfaches süßer finde als menschliche.

Zusätzlich zu der Tatsache, dass ich nicht dafür brenne, möchte ich auch im Wesentlichen tun, was mir gefällt, relativ frei sein.
Ich will nicht in Spielgruppen gehen und zum Kinderarzt und täglich Wäsche machen müssen und Windeln wechseln und, und, und. Schon der Gedanke daran macht mich müde und reizbar.

Ich habe eine Zeitlang darüber nachgedacht, warum das alles so ist, und bin zu dem Schluss gelangt: Es ist eben so, weil es so ist – individuell. So, wie der eine die Lieblingsfarbe blau und der andere stattdessen gelb hat.
Und wegen bestimmter individueller Umstände ohnehin.

Ich würde gerne unsere familiären Gene weitergeben, deshalb beschäftigt mich das Thema derzeit. Aber alles kann man eben auch nicht haben – und das ist okay!
Denn: Wenn, dann muss man so etwas von Herzen wollen und durchziehen bzw. auch definitiv durchhalten können, sonst geht es nicht gut aus.

Und hier noch ein „Gag“ am Schluss:
Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass man vor seiner Geburt noch nirgendwo existiert, aber falls dem doch so ist, möchte ich etwas an die ungeborene Tochter richten, die im Geiste Nachfolgerin in unserer weiblichen Familienlinie ist:

Helena Juliana, es tut mir leid, dass du nicht durch mich hier bist. Sei dir gewiss: Es liegt nicht an dir – und vielleicht, wer weiß, eines Tages – vielleicht, da sieht man sich 😉